Finanzkrise 2.0

  • Die Börsenkurse stürzen ab, EU-Minister zeigen sich empört, selbst ein Euro-Aus für Griechenland ist plötzlich im Gespräch - weil die Regierung in Athen das Volk über den Rettungsplan der Europäer abstimmen lässt. Was treibt Premier Papandreou?


    http://www.spiegel.de/wirtscha…les/0,1518,795147,00.html


    ich finde das in einer demokratie das volk entscheiden sollte.es liegt an der politik und den medien umfassend und richtig zu informieren damit das volk entscheiden kann.

  • Zitat

    Den zahlt der Arbeitgeber. Nehmen wir mal ein Beispiel: Ein Fahrradhersteller fabriziert und braucht für die Montage Personal. Das machen 5 ungelernte Leute für 6 Euro pro Stunde. Nun gibt es einen Mindestlohn in Höhe von 10 Euro pro Stunde. Dann zahlt der Arbeitgeber(zwangsweise) 10 Euro die Stunde.

    Das meinte ich ja mit "Staat oder Unternehmen" - einer musses bezahlen (der Staat könnte zB die Hälfte der Differenz übernehmen). Wenn die Unternehmen (jaja, "Arbeitgeber" ist besser! ;) ) die Zeche zahlen steigen theoretisch die Lohnstückkosten (falls zB motiviertere Mitarbeiter nicht auch mehr produzieren), was ein Anziehen des Preisniveaus und einen Rückgang des Exports verursachen würde (hey, im europäischen Sinne eigentlich super ;) ). Daher forderte ich ja eine Auflistung der negativen Konsequenzen. Nur was hat das alles jetzt mit den neu geforderten Mindesteinkommen zu tun?! :crazy:


    Zitat

    3.) deutschland hat einen kräftigen leistungsbilanz überschuss von ca.5% (exportweltmeister).
    dieser leistungsbilanz überschuss (aufgrund zu niedriger löhne) ist es ja gerade der die ungleichgewichte und überschuldung der piigs hervorruft.
    im grunde ist deutschland,wie auch china,für die derzeitige miesere,ich will nicht sagen hauptverantwortlich,zumindest mitschuld.

    (wollt das mal unterstreichend zitieren)


    Und Papandreou? Jau, der hat mich heute auch überrascht (ist laut griechischer Opposition übrigens eher nicht legitim (Tagesschau)). Wo doch 60% der Griechen "in einer am Samstag veröffentlichten Umfrage das mit großen Einsparungen verbundene Programm als "negativ" oder "wahrscheinlich negativ" bewertet hatten" (FTD 1.11.11). Wenn das scheitert, bin ich ja mal gespannt - in der Zeitung heißt es dazu: "Im schlimmsten Fall droht der Staatsbankrott [GLs]. [...] Andere hoch verschuldete Euro-Staaten wie Italien gerieten wieder in den Fokus der Märkte". (eigentlich brauch ich nur die Italienüberleitung, denn: )


    Italien! Da lese ich doch heute (weiß leider nicht mehr, in welcher Zeitung/Zeitschrift) von einer italienischen Autorin, die in den vergangenen vier Jahren ein Buch über das italienische Finanz- und Steuersystem geschrieben hat (bzw. in diesen recherchiert hat). Sie behauptet, in Italien wäre Korruption und vor allem Steuerhinterziehung Gang und Gebe - schlimmer noch, es würde von der Politik forciert! Gemerkt habe ich's mir, weil ihre Begründungen so offenkundig plausibel waren:


    - Berlusconi sagt selbst vor einigen Wochen auf einer Pressekonferenz der Steuerbehörde, man solle nicht mehr als 30% Steuern zahlen.
    - Berlusconi lebt vor, dass der Staat (samt Strafverfolgung) "lästig" ist
    - Berlusconi hat momentan 3 laufende Anzeigen
    - 91 Abgeordnete des italienischen Parlaments befinden sich in einer laufenden Strafverfolgung
    - Berlusconi hat für sich mehrere Gesetze geändert, von der nun alle Steuerhinterzieher profitieren z.B. ist die Höchststrafe für Steuerhinterziehung auf maximal drei Jahre reduziert worden, auch wurde die Zeit verkürzt, in der Steuerhinterziehung rechtlich Bestand hat.
    - laut Autorin werden strafrechtliche Maßnahmen der Polizei von der Politik bewusst und aktiv behindert (ihr Beispiel war eine Razziaserie in Yachten, die die Politik untersagte, da die Touristen gestört seien).
    - laut Autorin gebe es alle paar Jahre eine Aktion der Regierung, bei der hinterzogenes Geld straffrei angegeben werden dürfe.


    Ich finde, da ist ihr Schluss schon stimmig, wenn sie sagt, die Politik forciere die Steuerhinterziehung. Darüber hinaus behauptet sie, ohne Steuerhinterziehung könne man die Staatsschulden gar abbauen! So krass hab ich's mir in Italien jetzt nicht vorgestellt, kennt sich da jemand aus?
    (ich arbeite morgen btw. wieder im Kiosk; da werde ich das einmal nachlesen und wenigstens Name von Autorin und Zeitung editieren. Das Buch gibt's allerdings nur auf italienisch. Das dürfte eher weniger DWler interessieren :P )



    Und dann noch 'nen kleinen Sondergruß an Frifix, denn die FTD schreibt heute von dir ab. Zumindest dem Sinn nach, aber sieh' selbst ;) :



    (© FTD)


    Grüße, IP

  • Ergänzung:


    edit: Da wollt' ich mal ein bißchen mehr über die erfahren, aber: Googelt die mal! In Deutschland ja völlig unbekannt, das Weib! :D Nur auf Fratzenbook findet man die direkt (dem italienischen natürlich)!

  • Bevor unsere weißen Brüder kamen, um zivilisierte Menschen aus uns zu machen, hatten wir keine Gefängnisse. Aus diesem Grund hatten wir auch keine Verbrecher. Ohne ein Gefängnis kann es keine Verbrecher geben. Wir hatten weder Schlösser noch Schlüssel, und deshalb gab es bei uns auch keine Diebe. Wenn jemand so arm war, dass er kein Pferd besaß, kein Zelt oder keine Decke, so bekam er all dies geschenkt. Wir waren viel zu unzivilisiert, um Wert auf persönlichen Besitz zu legen. Wir strebten Besitz nur an, um ihn weitergeben zu können. Wir kannten kein Geld und daher wurde der Wert eines Menschen nicht nach seinem Reichtum bemessen. Wir hatten keine schriftlich niedergelegten Gesetze, keine Rechtsanwälte, keine Politiker, daher konnten wir einander nicht betrügen. Es stand wirklich schlecht um uns, bevor die Weißen kamen und ich kann es mir nicht erklären, wie wir ohne die grundlegenden Dinge auskommen konnten, die - wie man uns sagt - für eine zivilisierte Gesllschaft so notwendig sind."
    (Lame Deer)

  • Mich würde in der Hinsicht (FrifixPost) mal interessieren, ob's überhaupt ohne - oder zumindest wie's alternativ funktioniert! Da hab' ich echt gar keine Vorstellung. MMn (so paradox es den meisten hier auch vorkommen wird) brauchen wir das zinsbasierte Finanzsystem sowohl aus wirtschaftlicher, persönlicher, national- oder globaler Sicht! Nur die Nebenwirkungen sind im wahrsten Sinne des Wortes ein einziges Armutszeugnis! (Eigentlich wie die Demokratie: Die schlechteste Regierungsform - mit Ausnahme aller anderen; von wem is' datt nochmal?!)


    Grüße, IP


    PS: Auf "keine Verbrecher ohne Gefängnisse" und "keine Schlösser, daher keine Diebe" gehe ich mal nicht ein (ist ja auch nicht wirklich Thema hier) - oder doch, aber kurz: Zu 1) Was ist denn mit einem Mörder? zu 2) meint der "Schlösser" oder Besitz ?

  • Tja, IP, ich nähere mich im Geiste wohl immer mehr den Indianern an. Lese wohl zum 3. mal "Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses" und bin diesen Themen, welche meine Seele antatschen, mein Herz berühren, näher als der ganzen neumodernen Sosse von Elvis bis Jacko und Paris von und zu Hilton.
    Es sind in dem Indianerspruch keine Chateaus, Castles gemeint, sondern Serrure, Locks.
    Ich weiß nicht, wie die Indianer mit Mördern innerhalb ihrer Gemeinschaft umgegangen sind. Wahrscheinlich haben sie die etwas schneller zum Tode befördert, als die US-Amerikaner z.B. einen gewissen Caryl Chessman und mit gnädigeren Mitteln als unsere Marshallplan-Spender!
    Griechen: die Spartaner haben unsportliche Kleinkinder in Schluchten geworfen.
    Ägypter: lange, bange Schlange.
    Römer: Die haben da mal wen ans Kreuz geschlagen.
    Spanier: Mit der Garotte wurde das Genick weggeknickt.
    England: Kaputzenmann aus dem Bodybuildingstudio mit scharfem Hackebeil.
    Franzosen: Rrrrrums, rasch runter, was fällig war!
    Deutsche: Au, nu schwitz mal!
    Amis: Alles, was bisher noch unerforscht war und das mit wissenschaftlicher Akribie, fototechnisch belichtet, von Gaffern bestaunt und mit wissenschaftlichem End-Testat versehen.
    Ich weiß nicht, ob schon irgendwer auf psychologischen Pfaden beleuchtet hat, was geschieht, wenn Hungerleider, Militaristen und geldgierige Luder aller Nationen in ein bis dahin friedliches Land einreisen und ihre niedrigen Instinkte weitervererben. Und irgend so ein Altvorderer befindet, das sei nun eine amerikanische Nation und "Yes, we can!"
    Ich kann nicht! Gruß, frifix.

  • Vorbei isser, der Spuk. Nachdem der Papa zum Direktor musste, zieht er den Schwanz ein und läßt seinen Schabernack nun doch bleiben!


    Wun - der - bar! Deutschland diktiert, der Rest schreibt ab. Und zwar die Schulordnung - in groß und an die Tafel. Wollen wir hoffen, dass die Kinder ihren Eltern nichts erzählen... Sonst geht noch jemand auf die Barrikaden.



    Grüße, IP


    PS: Mittlerweile bin ich das erste mal im Leben froh, nicht mehr als drei Sprachen zu sprechen, denn ich möchte nicht wissen, was außerhalb der "Good-Old-Three" geschrieben und besprochen wird... Hauptsache, Europa wächst zusammen! Nicht!


    PPS (von 'ner Zeitung/-schrift abgeguckt; kP mehr welche.): Eigentlich ist es komisch! Sollte der Euro damals noch als Waffe gegen Deutschland beschlossen werden, ist er jetzt zum mächtigsten Instrument des selben Landes geworden.

  • PPS (von 'ner Zeitung/-schrift abgeguckt; kP mehr welche.): Eigentlich ist es komisch! Sollte der Euro damals noch als Waffe gegen Deutschland beschlossen werden, ist er jetzt zum mächtigsten Instrument des selben Landes geworden.

    erinnere mich auch an das Konzept :P


    schade, dass die Griechen nicht weiter Stress machen. Das war so Förderlich für den Austrittsdruck :(

  • Fasst euch bitte (unabhängig vom letzten Post) ein Herz und schaut euch den Tagesausblick von Dirk Müller an. (man kann das Video nicht direkt verlinken; ihr müsst auf der Seite etwas runterscrollen, dann das Video vom 4.11. auswählen.)


    Grüße, IP


    PS, Wer den nicht kennt: Früher Mr. Dax (weil er vor der Hauptanzeigetafel saß und dadurch auf allen Fotos mit zugehöriger Mine abgebildet war) heute betreibt Dirk Müller eine Internetseite (Cashkurs), auf der er unter anderem täglich Stellung zu aktuellen Geschehnissen nimmt. So aufgebracht wie auf verlinktem Video ist er eigentlich nicht, eher anlayisiert er nüchtern (und gibt fehlprognosen zu, bzw. sagt direkt, "falls man das überhaupt sagen kann" o.ä.). MMn jedenfalls sehr empfehlenswert! (leider im Schnitt nur etwa drei von fünf Tagesausblicken kostenlos zugänglich)

  • Ich schreib mal auch was dazu, auch wenn ich von Ökonomie zugegeben nur wenig Ahnung habe. Ich finde es sehr befremdlich, dass in einem demokratischen System auf die Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland mit so viel Ablehnung reagiert wird. Wenn wir jetzt auf einmal keine Volksabstimmungen mehr wollen können wir die Demokratie auch gleich sein lassen. Nichts für ungut aber in diesem Punkt gehe ich vollkommen mit Lixue konform:

    Zitat von Lixue2

    ich finde das in einer demokratie das volk entscheiden sollte.es liegt an der politik und den medien umfassend und richtig zu informieren damit das volk entscheiden kann.


    Ich finde es sehr bedenklich, dass die Volksabstimmung auf Druck von außen abgesagt wurde.

  • @ Koboldmaki


    es scheint, dass das Volk aber auch per Abstimmung die gemachten Zusagen bzgl Europa brechen kann.


    pacta sunt servanda.
    so heißt es zumindest unter ehrbaren Menschen.


    Wenn die Griechen der EU eine Zusage machen, können sie diese nicht ex-post wieder revidieren. Und genau das wäre wohl aus der Abstimmung resultiert.


    @IP


    ich hab ausgemacht, als er von Chartanalysten spricht. Das ist bei mir ein persönliches KO-Kriterium für die Glaubhaftigkeit von "Experten" :S
    (sein Buch habe ich sehr gerne gelesen, zwar etwas polemisch, aber unterm Strich hat der C(r)ashkurs Spaß gemacht. Dirk Müller ist sicher nicht blöd, aber in der Welt der Ökonomie ist es allermeistens klüger im Konjunktiv zu sprechen, da das Thema so komplex ist, dass pauschale Meinungen nur unter diversen Annahmen wirklich sicher sind. Hab schon einige Talkshows mitverfolgt, in denen er fachlich Blödsinn verzapft hat (was aber auch viele in dieser Zeit tuen), das hat das eigentlich positive Bild negativ getrübt.)


    Noch ein bisschen auf dem Thema rumhacken (ich hoffe, ihr nehmt es mir nicht übel, sonst halte ich mich auch gerne bedeckt):
    Chartanalyse... Charttechnisch... gehen die Leute auch zum Wahrsager und lassen sich Hand lesen oder die Kristallkugel deuten?
    Sicher kennen einige das Beispiel vom Chartanalysten und dem Schimpansen... beide durften ja mal fiktiv Kohle investieren... ratet mal wer mehr drauß gemacht hat?! :D
    Den Versuch gibts auch mit anderen "Anlageexperten", man kann ihn in excel schön mit "=zufallszahl()" machen. :whistling:


    hier mal ein bisschen Licht für unsere Höhle:
    http://scholar.google.de/schol…uche&lr=&as_ylo=&as_vis=0
    http://onlinelibrary.wiley.com…67-6419.2007.00519.x/full
    (für Studenten, Doktoranten und Profs hier: einfach per VPN über euer Uninetzwerk einloggen, dann dürftet ihr zugreifen können)
    (für alle anderen: nen Abstract und manche Paper gibts auch für lau)
    (für die Faulis was lesen und bilden betrifft, oder die, die das Thema nicht so sehr interessiert, dass sie Zeit investieren wollen:
    chartanalyse lebt nur durch den Glauben an Chartanalyse; es entbehrt ihr der logischen Berechtigung, da die genutzten Informationen bereits in Kursen wiedergespiegelt werden - Annahme dazu: schwache Informationseffizienz, diese ist mMn gegeben(auch der Konsens in weiten Teilen der Fachwelt))


    und für den Rest:
    http://www.youtube.com/watch?v=VRrMu7B1L2I&feature=related :dao:

    Einmal editiert, zuletzt von ahammers () aus folgendem Grund: nachtrag, kein neuer Post

  • es scheint, dass das Volk aber auch per Abstimmung die gemachten Zusagen bzgl Europa brechen kann.


    pacta sunt servanda.
    so heißt es zumindest unter ehrbaren Menschen.


    Wenn die Griechen der EU eine Zusage machen, können sie diese nicht ex-post wieder revidieren. Und genau das wäre wohl aus der Abstimmung resultiert.


    erst ein mal,ich bin dafür das grichenland in der eu bleibt,dem schuldenschnitt zustimmt,sowie alle damit geknüpften bedingungen erfüllt.
    demokratie und die suveränität eines volkes,eigene entscheidungen zu treffen,auch wen sie zum eigenen nachteil fallen,sollten respektiert werden,imho.
    ausserdem geht es im grunde nur darum ob der schuldenschnitt in dieser vorm akzeptierbar ist und nicht um den verbleib in der eu,diese sichtweise wurde von deutschland und frankreich ins spiel gebracht und nicht von den griechen.


    ausserdem ist es eu recht jeden volkes.


    Der Austritt eines Landes aus der EU wurde vertraglich geregelt. In Artikel 49a des EU-Vertrags heißt es: „Jeder Mitgliedstaat kann im Einklang mit seinen verfassungsrechtlichen Vorschriften beschließen, aus der Union auszutreten".


    http://www.eu-info.de/europa/e…rag-Lissabon/aenderungen/

  • Seit 2005 ist das Realeinkommen eines mittleren deutsche Arbeitnehmers um sieben Prozent gesunken. Das geht laut der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" aus einer bislang unveröffentlichten Studie des DIW hervor.
    http://www.handelsblatt.com/po…hwung-weiter/5803332.html


    Letztlich erweist sich auch in Spanien die eingeschlagenen Strategie als fatal, statt die strukturellen Probleme anzugehen, industrielle Wertschöpfung, damit Jobs und Einkommen voranzutreiben und über diesen Weg für eine ausgeglichene Handelsbilanz zu sorgen, wofür auch Investitionen integraler Bestandteil sein müssten, führen undifferenzierte Sparmaßnahmen, vor allem zu Lasten der Massenkaufkraft, zur Schrumpfung der Nachfrage, in der Rückkopplung zu sinkenden Investitionen der heimischen Wirtschaft und in der Summe zu einer schrumpfenden Wirtschaftsaktivität, die wiederum die avisierten Sparziele u.a. durch Steuerausfälle konterkarieren. Eine weitgehend selbst bzw. unter Druck von EU-Institutionen organisierte Abwärtsspirale, die bereits im Griechenlandstyle mündet und sich noch beschleunigen könnte.
    http://www.querschuesse.de/spa…her-im-griechenlandstyle/

  • Zuerst zu den vertraglichen Regelungen: Pah!


    Ernsthaft (es richtet sich nicht gegen dich, lixue, sondern gegen die EU) : Welcher Vertrag gilt denn überhaupt noch, bzw. wann gilt der? Jeder, der sich auch nur ansatzweise mit dem Thema beschäftigt, der findet eher früh als spät diverse Regeln, die nicht eingehalten werden. Da soll mir doch keiner erzählen, es gäbe für irgendwatt 'ne rechtliche Grundlage!


    Themawechsel, Griechenland: Überlegt euch mal, die Merkel würde sagen, wir machen einen Volksentscheid! Sie fände im Sinne der Demokratie (muss nicht meine Meinung sein), man müsse das Volk fragen, ob der von anderen Ländern geforderte Sparkurs gewollt ist, oder ob man es lieber auf eigene Faust probieren solle. Wenn unsere Bundeskanzlerin ein paar Stunden später sagt: "Also, der Sarkozy meint, das ginge nicht, wir machen das doch nicht!", ich möcht' nicht wissen, was hier los wär'. Dass wir Deutschen dann europäischer denken, möchte ich jedenfalls bezweifeln. (wo bei uns doch ohnehin Werbung für's rechte Lager gemacht wird: "Wir geben gar nichts ab!").


    Noch witziger wär's, wenn Frankreich gleichzeitig sagt: "Wir müssen die Steuern für uns Franzosen senken! Wir verdienen momentan so viel (machen natürlich weiterhin neue Schulden - etwa 40 Mrd), da müssen wir etwas ans Volk zurückzahlen! Schulden abbezahlen? Pah-hah-ha! Wofür das denn? Ihr, die ohnehin nichts habt, ihr könnt doch sparen und abzahlen. Nicht umsonst hab' ich euch in die Lage gebracht!"


    Ja, hier wären die Menschen glücklich und zufrieden! :thumbsup: Also, mMn fordert Deutschland Regeln, die es selbst nicht einhält (z.B. Maastricht). Das mit dem Wissen, dass es nicht funktionieren kann. In anderen Ländern würde ich wahrscheinlich auch EU-Flaggen aus Hakenkreuzsternen schwenken! :thumbdown:



    Ich persönlich bin mir übrigens nicht mehr sicher, ob hier überhaupt noch alles aus Griechenland berichtet wird... (Tagesschau und -themen: "In Italien haben wieder mehrere tausend Menschen gegen Ministerpräsident Berlusconi demonstriert", Streiks und Demos in GL waren zumindest heute und gestern kein Thema beider Sendungen (existieren die nicht?).


    Zurück zum Thema, Spanien! ;)

    Zitat

    Eine weitgehend selbst bzw. unter Druck von EU-Institutionen organisierte Abwärtsspirale, die bereits im Griechenlandstyle mündet und sich noch beschleunigen könnte.

    Nein, das habe ich ja gerade erst geschildert! :P



    Noch kurz zum Müller: Ich sag' ja selbst in seinem Zusammenhang immer Dinge wie "wenn der Recht hat" oder "falls man dem glauben kann". Ich denker aber, dass er nur das sagt, was er für richtig hält - ich finde ihn eben authentisch. Wie gesagt, er gibt des öfteren Fehler zu (das wünsche ich mir generell öfter), dennoch scheinen seine Aussagen stimmig zu sein (und das nichtmal nur für mich, der einfach mit dem gesunden Menschenverstand an die Sache heran geht). Gerne würde ich mich mit dir (ahammers) über die Inhalte seines Tagesausblicks unterhalten! ;)


    Grüße, IP


    PS: ( ahammers) : Das Buch hab' ich auch gelesen, ist aber schon länger her. Es liest sich wie "Finanzsystem auf Deutsch", viele seiner Thesen sehe ich aber bestätigt. Gerade jetzt könnten wir es auch einfach abwarten... :D

  • "Anschaulich ist, an was man sich gewöhnt hat. Das Durchdenken der Konsequenzen des Peak Oil wird
    nicht von den alltäglichen Erfahrungen und nur partiell von historischen Parallelen geleitet.
    Entsprechend schwierig ist es sich vorzustellen, welche Bedeutung ein sukzessiver Entzug einer der
    wichtigsten Energiequellen unserer Zivilisation haben kann. Psychologische Barrieren sorgen für das
    Ausblenden an sich unbestreitbarer Fakten und führen zu fast instinktiver Ablehnung einer
    eingehenden Auseinandersetzung mit dieser schwierigen Thematik. Der Eintritt des Peak Oil ist jedoch
    unvermeidlich."
    Quelle: Bundeswehr-Studie14
    Es bleibt Spekulation, inwieweit das Ende des Öls bei denen, die sich wagen, darüber nachzudenken, eine
    Ahnung hervorruft, welche tiefgreifenden Wandlungen dies in unseren gesellschaftlichen Strukturen
    nach sich zieht. Da Stabilität einer der fundamentalen Wünsche jedes Menschen ist, werden Gedanken
    gern verdrängt, die Umbruchsituationen berühren. Abseits eines möglicherweise existierenden
    Verdrängungsmechanismus gibt es Gründe, die es schwer machen, sich dem Thema zu öffnen. Die
    Komplexität der Problematik und die Nichtlinearität der Entwicklung machen es schwer, das
    Gesamtphänomen Peak Oil zu überblicken. Wer sich jedoch einen Überblick verschafft, läuft Gefahr, dies
    mit „Depressionen“ zu bezahlen, die aus individuell wahrgenommenen Ohnmachtsgefühlen resultieren.
    Da die Politik das Thema bislang nicht aufgegriffen hat, bleibt bei vielen Bürgern das Gefühl des
    Alleingelassenseins. Wer will sich also mit diesem Thema schon intensiver beschäftigen?


    http://www.gruene-fraktion-sac…ionen/Peak_Oil-Reader.pdf

  • ideologisch geladener Blödsinn. Tschuldige. :thumbdown:
    Der Ölpreis wird nicht von heute auf morgen von 90 auf 900 $ steigen, sondern über eine gewisse Zeit hinweg.
    Und jetzt denke man folgendes zuende: wie wirkt ein gesteigerter Preis beim Hauptenergielieferant auf die Bereitstellung anderer Energiequellen, wie wirkt er auf den Innovationsdruck und wie wirkt er auf die Substitution.


    Wenn ich 5 Minuten über das ausgehende Öl nachdenke bin ich zwar etwas betrübt, da dann keine schönen V8-Motoren mehr zu hören sein werden, aber sehe andererseits die Menschen auf dem, nun ökonomisch motivierten, Weg in die Zukunft und, so denke ich, Nachhaltigkeit im Energiesektor(persönliche Meinung und Einschätzung). :)


    ---
    PS. wieso geht das eigentlich an, dass Politiker irgend ein Nonsens verzapfen, der auch noch unnötig Ängst schafft, und dafür nicht gerade stehn?


    Ich bin die Literaturliste der "Arbeit" mal durchgegangen, da ist nicht ein einziges Paper mit relevantem Impact-Faktor drin, nicht ein einziges!
    Sucht man das Wort "empir", findet man... nichts! Empir(ie) - nope , empir(isch) - nope ... -wtf!
    Das ganze kleidet sich dann im Mantel der Wissenschaft, lässt sich aber in dieser Ebene zerpflücken wie warmes Brot. Sowas ärgert mich!


    Die Leute können gerne sagen, was sie gut finden und was sie scheiße finden.
    Sie k
    Aber geistig umetikettieren und dann über die schöne Verpackung verkaufen... No Go für ernsthafte Leute. :cursing:
    Ich bin noch etwas härter in den Worten: Scharlatane.
    ---


    PPS. nach soviel Schimpfen lieber noch was positives:
    grobe thematische Übersicht - http://www.sciencedirect.com/s…cle/pii/S0360544208002132
    Licht am Ende d. Tunnels?ja! - http://www.sciencedirect.com/s…cle/pii/S0033350608000954
    die Deutschen gewinnen dem Thema auch Gutes ab: http://trid.trb.org/view.aspx?id=1119027
    und noch ein bisschen wissenschaftliche Prominenz in dem Themengebiet:
    http://www.mitpressjournals.or…s/10.1162/itgg.2006.1.2.3


    die Jungs in der Ursprungsarbeit haben in ihrer Intention nicht unrecht, bin persönlich auch ein Befürworter von frühzeitiger Vorbereitung auf den kommenden Wandel und Klimaschutz, aber die Art und Weise der Meinungsvermittlung ist und bleibt unredlich. Typisch Politik :(

  • ahammers


    aus deiner verlinkten studie.


    . In the near future, there is likely to be a significant shortfall in energy supply, resulting in high energy prices and a reversal of many of the aspects of globalization that are currently taken for granted. If this happens, economic recession and restructuring could have a negative impact on health, not dissimilar to that experienced by the former Soviet Union when it attempted a rapid change in its economy.


    ich bin nicht sicher ob dir bewusst ist was steigende energiepreise bedeuten.
    als der ölpreis 2007,2008 auf über 140 dollar stieg gab es hungerrevolten.
    (zum glück,durch die ganz zufällige lehmanpleite :) und der darauf vollgenden rezession,fiel der energieverbrauch und der ölpreis wieder recht schnell)


    31.01.2007 Mexiko Mexiko-Stadt u.a. Städte
    23.09.2007 Marokko Sefrou und weitere Städte
    16.09.2007 Indien Westbengalen
    08.11.2007 Mauretanien mehrere Städte
    Januar 2008 Tunesien Region Gafsa
    25.02.2008 Kamerun landesweit
    30.03.2008 Senegal Dakar
    30.03.2008 Jemen Dhala
    31.03.2008 Elfenbeinküste Abidjan
    03.04.2008 Haiti landesweit
    06.04.2008 Ägypten landesweit, bes. Malhalla
    08.04.2008 Burkina Faso die 4 größten Städte
    11.04.2008 Bangladesh Dhaka
    05.05.2008 Somalia Mogadischu
    31.05.2008 Kenia Nairobi


    http://www.welt-ernaehrung.de/…lten-food-riots-20072008/


    jetzt wirf mal einen blick auf den ölchart.
    http://de.wikipedia.org/w/inde…etimestamp=20110518191752


    was glaubst du was passiert sollte öl weiter steigen?
    weltweite aufstände/kriege die über umwegen auch auf uns negative konsequenzen bereithalten.
    die noch angenehmste konsequenz wäre ein starkes steigen der preise für alle güter.
    die meisten menschen auch in deutschland kommen gerade so zurecht mit ihrem gehalt/lohn.


    ich denke das es nicht dazu kommt,dank der finanzkrise :) wird es zur stagnation,nötigenfals zur rezession kommen um den ölpreis in akzeptabler höhe zu halten.


    der grund für die finanzkriese ist also,um beim thema zu bleiben,nicht die verschuldung,sondern die limitierung des wachstums durch die endlichkeit der recourcen.