Bildungs- und Leistungsdruck

  • da ja nun schon in dem "amoklauf"-thread fleißig über schule, bildung un deren druck diskutiert wurde, das jedoch mal wieder viel zu offtopic war, mach ich jetzt nen thread dafür auf, damits nicht mehr offtopic ist.


    dann fang ich mal mit dem zitieren an.

    Zitat

    [von kladdi]
    der Druck kommt ja nicht nur von der Schule aus, sondern auch von eltern und dergleichen. Ja, es muss jetzt nicht auf jeden zutreffen, aber es soll Eltern und Schüler selbst geben, die eine zu hohe Erwartung an sich haben. Oder Lehrer, die eine zu hohe Erwartung an die Schüler haben. Soll es ja auch geben. In meinem Fall, meine Eltern verlangen von mir schulische Hochleistungen, am liesbten wäre denen ein Schnitt über 1,9 und ein Abi mit 1,5 oder besser. Wo ich mich dabei frage, wie zum Teufel soll ich das hinkriegen?

    naja ist doch logisch, dass die eltern immer die besten noten von ihren kindern wünschen, nur ist natürlich das problem gegeben, wenn eltern es versuchen mit aller kraft durchzusetzen. das gibt natürlich ordentlich druck, ABER ich muss sagen, dass diese art von druck meist nicht so schlimm ist (natürlich anstrengen und lästig, aber nicht negativ (erklärung folgt)), weil es zeigt, dass die eltern sich um ihr kind kümmern und es ihnen nicht egal ist, was aus ihnen wird. natürlich kann man es auch übertreiben, das unmöglich forden und das kind daran zerbrechen lassen, aber das ist, ehrlich zugegeben, wohl sehr selten der fall.
    viel eher ist es der fall, dass sich elter überhaupt nicht kümmern und ihre kinder dadurch fallen lassen. von dem punkt an wird es wirklich schlimm - nun komm ich zu dem was ich oben erwähnt habe - weil man aus einem loch, das erstmal gegraben wurde, nur mit doppelter arbeit wieder herauskommt. das führt zu noch mehr leistungsdruck um wieder aufzusteigen und in ca 95-99% der fälle zu frustration. diese frustration führt wiederum dazu sich lieber mit leichteren sachen abzulenken, was einen jedoch noch tiefer ins loch gräbt. man ist sozusagen gefangen.
    daher: freu dich, kladdi, dass du deinen eltern nicht egal bis
    t, auch wenn es zuweilen anstrengend ist ;)


    Zitat

    [von kladdi]
    und mündliche Noten finde ich im grunde ganz gut, mehr oder weniger regen die an, sich zu beteiligen und zu diskutieren. nur manchmal frage ich mich auc, wo da die gerechtigkeit ist. unser geschichtslehrer zum beispielhat mal über der hälfte der Klasse eine 2 gegeben, wtf?! O___o

    das sind genau die art von lehrern, die ich unter anderem meinte: gute noten für nichtstun und allen den gleichen einheitsschnitt geben. die die leistungen erbringen fühlen sich verarscht, weil sie viel machen und trotz allem mit den deppen (ja mir ist bewusst, dass ich stark verallgemeinere) auf einer stufe sind, was dazu führt, das die motivation sinkt. diese deppen hingegen bekommen trotz allem gute noten, weshalb sie auch keinen anreiz sehen, irgendwas zu ändern, weil es ja auch so gut läuft. beide seiten haben nachteile, weil eben kein druck da ist.


    Zitat

    [von kladdi]
    Und wir haben herausgefunden: ältere Lehrer hatten meistens 'schlechten' Schnitt, so gegen 3,0 ( ich sage jetzt nicht, dass es auf alle älteren Lehrer zutrifft, aber bei uns in der Schule ist es jedenfalls so. ). jüngere hingegen hatten deutlich besseren, 2,5 und so. aber eben DIESE lehrer versagen bei uns vollkommen. Und meine klasse muss das wissen,w ir haben bis jetzt immer die Neuen gehabt, und die meisten sind doch verzweifelt.

    und nu frag dich mal woran das liegt. damals wurden noten noch anders vergeben. es gab eine klare struktur und die nuten wurden ohne große rücksicht auf pech oder ausrutscher knallhart vergeben. man bekam also direkt aufs papier, was man geleistet hat.
    hat zufolge, dass man mit men schnitt von 3,0 trotz allem nicht schlecht dasteht, weil man auhc dafür arbeiten musste. damals hatte das abi noch nicht jeder. wie schon zuvor (ich glaub sogar von dir) gesagt wurde: heut ist´s ohne abi schwer nen platz zu finden. das hat den grund, dass es immer mehr leute mit men abitur gibt, weil es vereinfacht wurde, und (leider gottes) viel beschönigt wird in der schule (ich will nicht sagen, dass es nur zu meinen ungunsten ist, aber trotzdem würd ichs mir anders wünschen).
    natürlich kommte erschwerend hinzu, dass lehramt ein vergleichsweise leichtes studium ist, weshalb es viele leute gibt, die auf die frage, was sie denn werden wollen, antworten "ich weiß nicht so genau, ich glaub ich studier mal auf lehramt". da merkt man schon, dass der gefallen an dem beruf fehlt. und nen lehrer, der eigentlich nicht so recht leherer sein will, ist in den allermeisten fällen ein schlechter lehrer. dann gibt es natürlich noch die, die wirklich lehrer werden wollen, auhc gute noten und ein gutes studium hinlegen, dann aber so weltfremd dastehen, weil sie sich illusionen gemacht haben nach dem motto "wenn ich dann lehrer bin, dann werden mich die schüler schon respektieren". da kenne ich auch so ne naive pfeife, die so sehr versagt, dass ich ersthaftes mitleid mit ihm habe. Gar keine kontrolle, schon das dritte mal durch die referendariatsprüfung gefallen (wahrscheinlich wegen der unfähigkeit die schüler unter kontrolle zu halten) und dann ne frau mit kind zuhause hocken haben. wir hatten den ein halbes jahr als referendar im unterricht, und selbst meine klasse, die nun wirklich zu den ganz ruhigen der schule gehört (hat; nun ist das ja alles aufgeteil in kurse), war bei diesem lehrer ohne jegliche zurückhaltung.


    Zitat

    [von kladdi]
    Obwohl, da muss ich dazu sagen, ich find die Lehrer in Japan schlimmer. Naja ok, dort ist das Bildungssystem anders ( Frontalunterricht ist nicht so toll ... )und wahrscheinlich nehme ich es auch ganz anders war. Aber man muss dazu sagen, in Japan haben die einen doch hohen Standard beim Thema Bildung. Aber gut, die Kidner wurden dort schon von klein auf erzogen, möglichst viel ( auswendig ) zu lernen und anzuwenden. Während wir noch gespielt haben im Kindergarten und Kind sein geniesen konnten, lernen die Japsen dort schon das Alphabet, lesen, was weiß ich, besuchen höchstwahrscheinlich neben Kidnergarten auch noch die Englischschule, Schwimmunterricht und was der Teufel noch weiß. Ich kann ejtzt nicht garantieren, dass das auf jede Familie zustimmt, aber in meinen bisjetzigen zwei Gastfamilien war es in etwa so.

    jaaa... die japsen, gute animes und mangas können sie schon machen, aber bei musik und lehrern versagen sie (nimms mir nicht übel kladdi ;) ). du schreibst "in meinen bisjetzigen zwei gastfamilien"... wars du schon in japan für ne längere zeit, oder wie ist das nun zu verstehen?
    naja, jedenfalls zum unterricht. in japan ist wirklich frontalunterricht 100% angesagt, was aus meiner sicht nicht wirklich schlau ist. bevor ich hier nach mexiko gekommen bin habe ich nicht einen japaner persönlich kennen gelernt, aber das internet gibt ja einige informationen und daraus hab ich mir ein bild machen können (oder es wenigstens geglaubt). der frontalunterricht und das allein auf klausuren und examen gestimmte schulsystem birgt eine menge nachteile. zum einen fehlt natürlich die möglichkeit fragen die sich einem stellen direkt loszuwerden, was logischerweise eine unterdrückung der neugierde ist. dazu kommt, dass sich der stoff schlecht an reale bedingungen anpasst, so (achtung: reine behauptung) wissen viele japaner zum beispiel die mathematik im realen leben nicht anzuwenden. gleiches bei englisch (hier hört die behauptung auf, weil ich selbst mit einem japaner gereden habe hier in mexiko). englisch wird in japan nicht gesprochen im unterricht, weshalb alles nur auf theorie basiert. das hat zur folge, dass der japaner zwar auf abfragen der grammatik (logischerweise auf japanisch gefragt) sehr gut antworten liefern, jedoch nicht in der lage sind ein halbwegs flüssiges englisch auf die reihe zu bekommen. frontalunterricht sei dank. dass die japaner so früh anfangen mit dem lernen mag zwar gut erscheinen und ist auch an sich nicht doof, nru werden sie leider auch da schon auf reine theorie getrimmt... spielerisches lernen (wie es nachgewiesen am effektivsten ist) ist fehlanzeige. dass sie schreiben und lesen so früh lernen, ist bei den vier schriftarten, die sie haben ja auhc dringend nötig.


    naja so viel dazu von meiner seite.


    jetzt will ich meinungen hören, damit ich sehe, dass ich das ganze nicht umsonst getextet habe :D



    p.s: knapp 8400 zeichen... ich wär ja schon fast ans limit gekommen. ^^

  • Beim Leistungsdruck denke ich ähnlich wie Naskaldar. Der Leistungsdruck, der von den Eltern kommt, ist oft eher positiv. Das Kind sollte aber möglichst auch sonst merken, dass es den Eltern wichtig ist, weil das sonst leicht zu einer zu einseitigen Beziehung führt. Wenn von den Eltern nur dieser Druck kommt, kann das auch nicht gut sein.
    Ich denke es ist sehr wichtig, dass Kinder schon von ihren Eltern gut gefördert werden, weil sie sonst in der Schule kaum eine Chance haben, gut zu werden.


    Das jüngere Lehrer oft schlechter dastehen als ältere hat meiner Meinung nach ganz einfach den Grund, dass die älteren mehr Erfahrung haben. Und natürlich werden auch nur Leute in diesem Beruf alt, die damit auch recht gut zurecht kommen. Früher gab es sicherlich genauso junge Lehrer, die nicht so gut waren, die sind aber dann vielleicht nicht Lehrer geblieben, also keine alten Lehrer geworden. Da muss man garnicht viel dran rumdeuteln, ich möchte jetzt auch nicht pauschal glauben, dass die Noten heute weniger erarbeitet werden müssen, als früher.


    Zum Frontalunterricht in Japan möchte ich mich nicht weiter äußern, da habe ich einfach keine Ahnung von^^.

  • Wir haben ja jetzt das G8 in Bayern. Und ich muss wirklich sagen, dass mein Chemielehrer und ehemaliger Oberstufenbetreuer in einer Sache Recht hatte:


    "Wenn man einmal da drin steckt, dann bleibt nur noch der Gedanke daran übrig, dass es in zwei Jahren endlich vorbei ist."


    Das ist mehr als Hardcore. Erweiterter Grundkurs Stoff in mindestens 12 Fächern. Das kann nicht gut gehen. Es ist zum Kotzen. Man wird gezwungen in Mathe, Deutsch und einer Fremdsprache Abi zu schreiben. 3 Mal schriftlich, zweimal mündlich insgesamt. Wer das nicht mitgemacht hat, hat keinen blassen Schimmer von Leistungsdruck. Burnout in der Schule wird noch kommen...glaub ich. Aber in Japan ist es trotzdem noch schlimmer. Die haben allerdings auch eine Mördersuizidrate. Da bekomm ich meinen Hass auf die Kulties. Die sparen an der Zukunft.

    Konfuzius sagt:
    "Es spielt keine Rolle wie langsam man geht, Hauptsache ist, man bleibt nicht stehen."

  • Was die Schulnoten angeht, soviel ist klar, wird seitens der Lehrer auf Fünfen und Sechsen verzichtet, wann immer es geht. Ich sehe das ja bei mir: Ab Montag fangen bei mir die schriftlichen Abi-Prüfungen an, und in meiner Stufe gibt es Leute, die sich überhaupt keine Sorgen machen müssen, durchzufallen; gleichwohl sie in drei Jahren Oberstufe nichts, wirklich rein gar nichts geleistet haben, die Hälfte der Zeit überhaupt zum Unterricht erscheinen und wahrscheinlich erst diesen Sonntag anfangen zu lernen.


    Für die wirklich motivierten Leute existiert andererseits tatsächlich ein Leistungsdruck, der dann greift, wenn jemand sich nicht mit einem Abiturzeugnis begnügt, sondern gerne auch noch einen guten Schnitt darauf verzeichnet hätte. Einige Lehrer nämlich neigen dazu, trotz der Zugeständnisse an die die "Nicht genügend"-Kandidaten den Kursdurchschnitt halten zu wollen, sei es absichtlich oder unbewusst, und so zwar keine Fünfen, aber auch keine Einsen vergeben. Das ist ärgerlich für die Majorität der Leistungswilligen. Besonders unangenehme Exemplare der Gattung Lehrer schätzen Kritik nicht sonderlich, und manch einer von uns hat es sich mit gewissen Leuten völlig verscherzt, weil er blöderweise konstruktive Ratschläge - igitt! - zur Unterrichtsgestaltung von sich gegeben hat.
    Kurz: Vor der Überwindung des Numerus Clausus liegt ein steiniger Weg, wenngleich das Abitur einfach zu erreichen ist.


    Was die spezifischen Eigenschaften alter und junger Lehrer betrifft, so habe ich völlig andere Erfahrungen gemacht. Alter spielt meines Erachtens keine Rolle. Ich habe alte kompetente Lehrer gehabt, junge Unfähige, aber ebenso umgekehrt. Bei den ganz jungen Lehrern, justament an die Schule gekommen, fehlt natürlich die Erfahrung, aber das gibt sich binnen weniger Jahre oder bleibt für immer. Meinen Englischlehrer beispielsweise habe ich als Frischling erlebt, damals ein vollendeter Idiot, nicht zum Unterricht noch zur Interaktion mit den Schülern befähigt. Heute schätze ich ihn als einen der besseren Lehrer seines Faches, die so bei uns herumlaufen. Nun, jeder fängt klein an.

    Zitat

    viel eher ist es der fall, dass sich elter überhaupt nicht kümmern und ihre kinder dadurch fallen lassen.

    Hihi, da kenne ich viel Schlimmeres. Elterliches Totalversagen ist mir durchaus geläufig, jedoch in der entgegengesetzten Form, nämlich übertriebener Fürsorge.
    Hier, mitten in der finstersten Westerwälder Pampa, ist das nächste Gymnasium zwanzig Kilometer entfernt, dito die zuständige Realschule. Unser Nachbarort kann sich immerhin eine Hauptschule (heute Realschule Plus) leisten. Was also taten die Eltern meiner bedauernswerten Klassenkameraden aus der Grundschule? Richtig: Das arme Kind, gleich, ob es der Realschule oder (in zwei dieser Fälle) gar dem Gymnasium empfohlen wurde, kann ja die Unterstufe in der Hauptschule verbringen, damit es nicht so weit fahren muss, damit es morgens eine Stunde länger schlafen kann, damit es morgens nicht so schrecklich weit weg ist. Nach der sechsten Klasse, so hieß es dann, könne man ja immer noch wechseln. Machte natürlich niemand.
    Wer von uns nun das Glück etwas vernünftigerer Eltern hatte, war noch lange nicht für den optimalen Bildungsweg prädestiniert: Mindestens vier meiner Mitviertklässler wurden trotz Gymnasialempfehlung lieber auf die Realschule geschickt. Zum Einen wurde diese Schule auch schon von den Eltern besucht, die sich nicht auf Neuland trauten, und zum Anderen sind Gymnasiasten ja so hochnäsig und mobben die lieben Kleinen bestimmt ob schlechter Leistungen, sollten sich jene einmal einstellen. Sozusagen Terror Incognita, um beides auf einen Punkt zu bringen.
    Zweifelsohne gibt es viele derartige Landstriche, wo Bildung suspekt ist und sich widersinnigerweise ein Druck nach unten aufbaut: Schuster, bleib bei deinen Leisten!, denn man soll nicht nach den Sternen greifen. Die schiere Angst vor einem eventuell vorhandenen Leistungsdruck treibt sicherlich auch zu Entscheidungen wie oben dargestellt. Krank das!, möchte man meinen, während "das" andernorts üblicher Usus ist.


    Leistungsdruck kann also in alle möglichen und unmöglichen Richtungen gehen. Gestattet mir, einige Protagonisten des Dramas Bildung vorzustellen:

    • Die Eltern. Diejenigen, die tendenziell von den schulinternen Vorgängen, in manchen Fällen sogar von den Leistungen ihrer Sprösslinge am wenigsten Ahnung haben, ausgerechnet diejenigen, die eine Schule seit Jahrzehnten nicht von innen gesehen haben, sind dazu berufen, über Wohl und Wehe ihres Filius' zu richten. Manche interessieren sich nicht dafür, was das Kind treibt, andere ermutigen es mit den Rohrstock.
    • Der Lehrer. Zwei Dinge sind von ihnen gefordert: Erstens sind sie gehalten, ihren Stoff vermitteln zu können, zweitens sollten sie einigermaßen mit den Halbwüchsigen unter ihrer Fuchtel umgehen können. Jene, die beide Kriterien aufs vorbildlichste erfüllen (und trotz all der Stimmen, die vehement das Gegenteil verfechten, existieren sie allerorten), sind gerne gesehen, doch entlohnt wird eine solche Befähigung selten besonders. Den Lehrer, den restlos alle Schüler mögen, gibt es nicht, seit jeder noch so schwachsinnige Faulpelz das Privileg genießt, seine Schule frei wählen zu können. Das führt dazu, dass ein Lehrer automatisch einigen seiner Schüler entweder zu fordernd oder zu lasch erscheint. Jeder muss sich also mit Leuten herumschlagen, die ihn nicht mögen, fast jeder ferner mit solchen, die ihm mit profundem Hass und tiefster Verachtung begegnen. Irgendeiner findet sich immer dafür. Deswegen brechen manche Lehrer und wandeln sich zum Tyrann: "Wie du mir, so ich dir!" reicht hier nicht aus, bei den despotischeren Lehrern muss wirklich jeder Schüler dran glauben. Ob sie ihr Fach vermitteln können oder nicht, spielt dann keine Rolle mehr.
    • Der Schüler. Im Prinzip derjenige, der den ganzen Schlamassel zu verantworten hat. Hier bietet sich die Unterscheidung nach Mentalität an: Einerseits haben wir die, die einen bestimmten Abschluss zu erreichen wünschen und neben vielen Graustufen andererseits die, die das nicht tun. Letztere mögen Schule nicht und verachten Bildung und wollen nichts leisten: Dementsprechend machen sie dem Rest das Leben schwer. Wenige sind es zwar, aber wenige reichen aus, um einen ganz eigenen Druck zu erzeugen, nämlich den innerhalb der Schülerschaft: Ausreißer nach oben machen sich gerade in Unter- und Mittelstufe, von der Grundschule ganz zu schweigen, unbeliebter als jene nach unten. Später kehrt sich dieser Effekt um, doch sorgt er für allerlei Missstimmigkeiten bei allen Beteiligten, einschließlich der Lehrer. Der Rest, also die Schüler, die bereit sind, um ihrer selbst willen die ganzen Jahre in der Penne wohl oder übel über sich ergehen zu lassen, stellt keine große Schwierigkeit für den Lehrer dar.
    • Die Politik. Das Schreckgespenst schlechthin innerhalb des gesamten Bildungsbetriebes, denn Bildungspolitik ist oftmals von den größten Populisten von allen dominiert, von den personifizierten Wetterfähnchen, die dafür sorgen, dass sich die Standards der Schule derselben Konstanz und Stabilität erfreuen wie eine Magnumflasche Nitroglycerin. Demagogische Elternverbände und ähnliches Gewürm sind nie zufriedenzustellen, und leider besitzen Schüler und Lehrer keine besonders ausgeprägte Lobby. Der leidige Föderalismus gibt dem ganzen den Rest.


    Nun, Kommentare bitte, vorzugsweise solche, die die Zeichen "tl;dr" nicht enthalten! :D

  • @ Lestat: Hmm, ich hab im Abitur in Mathe, Deutsch, Geschichte und Bio (Mathe und Bio Leistungskurs, die anderen alle Grundkurs) schriftliche Prüfungen gehabt, und in Englisch und Russisch, mündliche Prüfungen. Hab dann Mathe nochmal mündlich gemacht, weil die schriftliche Prüfung nicht so dolle war. Es war recht anstrengend, aber ich kann zurückblickend sagen, dass es in der Uni erstmal nicht leichter wird^^.

  • Jetzt hab ich in dem anderen thread gepostet >.<


    naja ich hab Deutsch/BWL/Englisch/WIO und mir vorzustellen das nochmal in 12 statt 13 zu machen,fänd ich ätzend. >.>
    total bekloppt auch das man jetzt Doppel-Abi-Jahrgänge auf den Markt wirft...wo sollen die denn arbeiten?


    Diese Spinner ey...

    Sing to me songs of the darkness


    Farewell to heaven, my friend


    Come to me, bury your sorrow


    Temptation awaits the condemned

  • interessant, was du schreibst, naskaldar, aber ich muss nochmal meinen sewnf dazugeben, tschuldige dafür :D



    Zitat


    [Naskaldar]


    naja ist doch logisch, dass die eltern immer die besten noten von ihren kindern wünschen, nur ist natürlich das problem gegeben, wenn eltern es versuchen mit aller kraft durchzusetzen. das gibt natürlich ordentlich druck, ABER ich muss sagen, dass diese art von druck meist nicht so schlimm ist (natürlich anstrengen und lästig, aber nicht negativ (erklärung folgt)), weil es zeigt, dass die eltern sich um ihr kind kümmern und es ihnen nicht egal ist, was aus ihnen wird. natürlich kann man es auch übertreiben, das unmöglich forden und das kind daran zerbrechen lassen, aber das ist, ehrlich zugegeben, wohl sehr selten der fall.


    Ich stime dir zum Teil zu. Ja, man erreicht die besten Leistungen, wenn man unter gewissem Druck steht. denn wozu tun, wenn's keiner verlangt? logisch. Und dass es zeigt, dass die Eltern Interesse an ihrem Kind haben, dagegen habe ich auch nichts. aber wenn man es übertreibt, so sehe ich das zumindest, sind die folgen schwerwiegend. Das das Kind daran zerbrechen kann, das ist dann garantiert. Du schreibst, dass du denkst, es ist eher selten der Fall. Vielleicht hast du recht. Nun, ich glaube, es wird immer öfters der Fall. Ja klar, wie will man das nach auch nachweisen? In dieser Zeit sind schließlich Krankheiten wie Depressionen etc. populär geworden d.h. manche reden sich ein und lassen es auch gleich die ganze Welt wissen, man ist psychisch krank etc. und diejenigen, die wirklich unter solchen krankheiten leiden, ziehen die Arschkarte, auf gut deutsch gesagt.



    Zitat


    [Naskaldar]


    viel eher ist es der fall, dass sich elter überhaupt nicht kümmern und ihre kinder dadurch fallen lassen. von dem punkt an wird es wirklich schlimm - nun komm ich zu dem was ich oben erwähnt habe - weil man aus einem loch, das erstmal gegraben wurde, nur mit doppelter arbeit wieder herauskommt. das führt zu noch mehr leistungsdruck um wieder aufzusteigen und in ca 95-99% der fälle zu frustration. diese frustration führt wiederum dazu sich lieber mit leichteren sachen abzulenken, was einen jedoch noch tiefer ins loch gräbt. man ist sozusagen gefangen.


    volle Zustimmung. Nur, man kann dazu noch sagen, dass dann die Kinder mit aller Kraft versuchen, die Aufmerksamkeit der eltern zu bekommen. Man köntne sie dadurch also selber einem gewissen Druck aussetzen, der z.B. "Ich muss super gute Noten haben, dann beachtet mich Mami" so aussehen kann. Aber ok, dies ist auch nicht der Regelfall, manche werden sich auch denken "ich bau scheisse, dann müssen sie mich beachten!" Tja, beides ziemliche Extremen.



    Zitat


    [Naskaldar]


    das sind genau die art von lehrern, die ich unter anderem meinte: gute noten für nichtstun und allen den gleichen einheitsschnitt geben. die die leistungen erbringen fühlen sich verarscht, weil sie viel machen und trotz allem mit den deppen (ja mir ist bewusst, dass ich stark verallgemeinere) auf einer stufe sind, was dazu führt, das die motivation sinkt. diese deppen hingegen bekommen trotz allem gute noten, weshalb sie auch keinen anreiz sehen, irgendwas zu ändern, weil es ja auch so gut läuft. beide seiten haben nachteile, weil eben kein druck da ist.


    Ja das stimmt, aber die Motivation kann auch durch schlechte noten sinken. Beispiel: man ist einer der Besten in der Klasse, meldet sich in jeder Unterrichtsstunde und bringt des öfteren auch gute Beiträge. wenn der Lehrer dann aber kommt mit "ja, du musst dich ncoh ein bisschen anstrengen, das gibt nur ne 3+", ja, dann ist man frustiert. Weil man eben denkt, man tut schon das bestmögliche und dem Lehrer ist es immernoch nicht gut genug. das ist ein Extrembeispiel, das ich angebracht habe, aber solche Situationen gibt es. Überhaupt, Lehrer habens schwer, sie müssen versuchen, alle gerecht zu benoten. Nur, was man unter gerecht versteht, da hat jeder eine andere Vorstellung.


    der Geschichtslehrer meiner Freundin, ein Jahr unter mir, hat fürs Halbjahr die Klasse im mündlichen größtenteils mit 4 benotet. Um die Schüler angeblich so zu motivieren. Ich fädne das eher demütigend. Auch gibt es an meiner schule einen Lehrer, er vergibt im mündlichen jedem eine 3, wenn er nichts zum Unterricht beiträgt, aber auch nicht stört. ach herje, Lehrer zu sein ist auch ein harter Job, man kann's keinem Recht machen.




    Zitat


    [Naskaldar]


    heut ist´s ohne abi schwer nen platz zu finden. das hat den grund, dass es immer mehr leute mit men abitur gibt, weil es vereinfacht wurde, und (leider gottes) viel beschönigt wird in der schule (ich will nicht sagen, dass es nur zu meinen ungunsten ist, aber trotzdem würd ichs mir anders wünschen).


    wenn's so ist, dann wundert es mich nicht, dass es genügend Leute gibt, die sich einfach nicht anstrengen wollen. Wenn man das Abi so leicht kriegt, wozu auch? Ist ja wie beim führerschein: man kann den einfach kaufen, wozu dann Fahrstunden und Prüfung?!



    Zitat


    [Naskaldar]


    dann gibt es natürlich noch die, die wirklich lehrer werden wollen, auhc gute noten und ein gutes studium hinlegen, dann aber so weltfremd dastehen, weil sie sich illusionen gemacht haben nach dem motto "wenn ich dann lehrer bin, dann werden mich die schüler schon respektieren".


    Das gibt es überall, dass man sich Illusionen macht und plötzlich knallhart auf die schnauze fällt. Ob ich im Recht liege, das weiß ich nicht, aber ich wette, jeder hat mal so eine ähnliche Situation gehabt. Nur eben bei Lehrern, das ist wirklich mies, wir Schüler sind unter anderem dann die Leidtragenden, wenn niemand kommt und uns den Stoff notfalls einprügelt. Jeder sollte sich mal alle positiven und negativen Punkte vor Augen führen und vorallem bei den negativen sich fragen "bin ich dem allen gewachsen?" wenn nein, sollte man sich seine Berufswahl wirklich überlegen. Nur ich glaube, es gibt genug Deppen, die das genau eben nicht machen. -.-



    Zitat


    [Naskaldar]


    in japan ist wirklich frontalunterricht 100% angesagt


    was sich aber, gott sei dank, langsam ändern solle. Ich hab evon Schulen gehört, die zwar den Frontalunterricht nicht ganz ablegen, aber schon in Richtung reden und diskutieren gehen. Na hoffentlich wird was daraus.



    Zitat


    [Naskaldar]


    wissen viele japaner zum beispiel die mathematik im realen leben nicht anzuwenden. gleiches bei englisch (hier hört die behauptung auf, weil ich selbst mit einem japaner gereden habe hier in mexiko). englisch wird in japan nicht gesprochen im unterricht, weshalb alles nur auf theorie basiert. das hat zur folge, dass der japaner zwar auf abfragen der grammatik (logischerweise auf japanisch gefragt) sehr gut antworten liefern, jedoch nicht in der lage sind ein halbwegs flüssiges englisch auf die reihe zu bekommen.


    Leider Gottes stimmt das. Zum Beispiel in Mathe. Ich hab im Unterricht das Gefühl, die Schüler kriegen nur die formeln eingebläut, anstatt erstmal selber nachzudenken, wie man das Problem angeht, und dann ein paar Anwendungsaufgaben, die übrigens in den Examen fast identisch auftauchen. Ob die Leute dann im endeffekt diese formeln mal auf ganz andere, fremde Aufgaben anwenden können, das weiß ich nicht. Aber ich muss dir widersprecehn in Sachen Englisch. Ja es stimmt, die Japaner sprechen kein englisch bzw. sehr schlechtes englisch. Ich kann jetzt nur sagen, wie es auf meiner Gastschule ist, die übrigens eine private ist, wie es auf öffentlichen ist weiß ich nicht.


    Bei uns ist der Englischunterricht geteilt: in Grammatik, Textverständnis und Sprechen. das finde ich persönlich dämlich, denn irgendwo hängt das alles doch miteinander zusammen, warumd ann also trennen? man muss alles auf einmal anwenden können. im sprechunterricht, da haben wir ausländische Lehrer, meistens aus Amerika, und die reden nur Englisch. Ok, soweit so gut, aber das sit...sehr einfaches englisch. Mehr oder weniger wir in der 5, oder 6. Klasse bei uns. aber dort lernen sie es halt anwenden, wenn auch an sehr einfachen aufgaben.


    für mich persönlich ist das positiv, dass sie kaum englisch sprechen, so musste ich japanisch serh schnell lernen ^^ aber ich hab auch Leute kennengelernt, die konnten Englisch, sogar sehr gut, und da war ich Gott richtig richtig dankbar. Anscheinend ändert sich das Bildungssystem im Sushiland, wenn auch langsam.



    Zitat


    [Naskaldar]


    dass die japaner so früh anfangen mit dem lernen mag zwar gut erscheinen und ist auch an sich nicht doof


    hm, so sehe ich das nicht unbedingt. ok, mag wirklich gut erscheinen, aber ihre Kindheit hört sozusagen schneller auf. Sie werden ja schon im Kindergarten drauf getrimmt, durchzukommen, die Examen zu bestehen. ohne witz, ich hab von aufnahmeprüfungen an Grundschulen gehört! die einzige zeit, wo die japanischen Jugendlichen sich entfalten udn ausleben können, ist die Studienzeit. denn, wenn du erstmal auf eines der besten Universitäten Japans gekommen bist, interessiert's keinen, wie du abschließt. komisch, oder? überhaupt, wegen dem druck, alle Examen mit glanzleistung zu bestehen ist auch die Selbstmordrate höher als in Deutschland. Ich wäre an deren Leistungsdruck länsgt zerbrochen.


    andere Frage, Naskaldar, wie ist es in Mexiko mit dem Bildungssystem? das interessiert mich mal. und ja, ich war jetzt 4 monate in Japan, und hatte zwei Gastfamilien. warum das so ist, das ist saukompliziert und werde es auch nicht hier anführen. :P





    Zitat


    [Naskaldar]


    daher: freu dich, kladdi, dass du deinen eltern nicht egal bis
    t, auch wenn es zuweilen anstrengend ist ;)


    meine Freude darüber hält sich stark in grenzen, aber es spielen auch noch andere gründe mit, warum ich da so pessimistisch eingestellt bin.

  • Ui, interessantes Thema!


    Leider habe ich Null Zeit, ergo (jetzt) nur ein kurzes Zitat aus meinem Begleitseminar zum Orientierungspraktikum (1. Semester!):


    Student: "Na, in diesem Fall (wir haben ein Unterrichts-Video über eine total verrückte Klasse gesehen) würde ich der Hälfte eine Sechs geben!"


    Prof: "Sind sie verrückt? Das machen sie fünf Jahre, und dann gehen sie in die Klapse oder in den Knast. Wie wollen sie mit dem Druck der Eltern-, Schulleitung- und Politik umgehen, wenn ihre Klasse weit unter dem Schnitt des Rests liegt?"


    Kein Witz, so gesagt! Mehr dazu später, ich muss weg! ;)


    Grüße, IP

  • Zum Thema Lesitungsdruck:


    Leistungsdruck von den Eltern ist grausam. Ich selber habe es zwar nicht direkt erfahren, aber mehrere bekannte Fälle. Man versucht mit aller Macht es den Eltern recht zu machen, so gut zu sein, wie nur irgendwie möglich und dann kommt der Satz "Du hast doch schon wieder nur eine 2." Natürlich ist das ein Zeichen dafür, das man seinen Eltern nicht egal ist, aber es ist der falsche Weg. Wenn man mehrere Jahre lang so etwas durchmacht und nie Anerkennung für seine "guten" Noten kriegt, sondern nur den Vorwurf, das man nicht "sehr gut" ist, macht es einen auf Dauer einfach kaputt.
    Ähnlich sehe ich das mit dem Leistungsdruck von sich selbst ausgehend. Wenn man zwar gute Noten hat, aber sich nur mit sehr guten zufrieden gibt, aber diese einfach nicht schafft, dann sinkt das Selbstbewusstsein uU auch auf Dauer. Das kenne ich wiederum von mir selbst, weil ich in Mathe zB regelmäßig Fehler einbau, die nicht hätten sein müssen und mir halt doch nur eine 2 verschaffen.


    Zum Bildungssystem und der Gesellschafft:


    Wir haben es in Ethik schon x-mal durchgekaut und es wird langsam lanweilig...
    Das Schulsystem müsste an uns Schüler angepasst werden und die Gesellschafft müsste sich insgesamt wandeln. Bla...


    Ich habe jetzt schon zwei mal jeweils einen halben Roman geschrieben und wieder gelöscht. Kurz gemacht: Jeder regt sich drüber auf, aber keiner macht was. Unsere Gesellschaft steht sich selbst im Weg. Alle gehen nach dem Motto "ändere nie ein funktionierendes System", regen sich aber immer und überall darüber auf. Wenn du etwas ändern willst musst du schon handeln. Sei es nun, das du Aufklärungsarbeit in Sachen Psychologie leistest, um die Eltern zu Eltern und nicht nur Betreuern zu machen oder aber gleich die Regierung stürzt um das Bildungssystem zu ändern, ist dir überlassen.


    Zitat

    interessant, was du schreibst, naskaldar, aber ich muss nochmal meinen sewnf dazugeben, tschuldige dafür :D

    Was denkst du warum er den Thread aufgemacht hat? ;P

  • gerade ausgegraben: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34004/1.html


    mag sein, dass das, was dort drinne steht, stimmt und chinesische mütter wirklich besser erziehen können, manche punkte mag ich gar nciht bestreiten aber er hört sich doch echt heftig an. da ist leistungsdruck vorprogrammiert! o.o!!!

  • Jop,Selbstbewusstsein kann kaputt gehen.
    Hab ich gemerkt. ^^


    Naja,Gesellschaft und Dinge ändern...ich weiß nicht wie,aber ich werd meinen kleinen Beitrag darin Beitragen ,dass ich meine Kinder,sofern ich welche habe, anders behandeln werde.obwohl das Thema Erziehung so vielschichtig ist,dass es nicht einfach ist,aber ich denke vertrauen und immer da sein sind zwei der wichtigsten Faktoren und ein Kind das sich wohl fühlt und gern in die Schule geht,bringt von ganz alleine gute Noten mit nach Hause. :)

    Sing to me songs of the darkness


    Farewell to heaven, my friend


    Come to me, bury your sorrow


    Temptation awaits the condemned

  • tjo, ich hab auhc nicht viel zeit, aber zu 2 kleinen sachen will ich ganz kurz was dazugeben.

    das ist genau das, was ich meinte, nur hatte ich nicht ein so exzellentes bespiel. es wirft ja ein schlechtes licht auf einen lehrer, wenn der schnitt der klasse unten ist. mein letzter lateinlehrer zum beispiel hat(te) ordentlich stress am hals, weil der schnitt eben dieses lateinkurses so weit unten war... exakt 3/4 der klasse hätte 2 monate vor dem zeugnis (der 10. klasse, also dem zeugnis, welches fürs latinum nötig ist) 5 oder 6 gestanden. es gab druck von allen seiten, da er das lateinproblem des kurses ja erst ein dreiviertel jahr vor dem ende erkannt hat. dieser lehrer hat wirklich versagt und durch ihn (natürlich bin ich auch mit schuld, weil ich die jahre vorher nichts gemacht hab) habe ich letzten endes mein latinum versemmelt. das problem war, dass wir ihn erst das letzte latein-jahr bekommen haben, weil der alte lehrer in rente gegangen ist (der wusste wenigstens nen vernünftigen unterricht zu machen, so dass man auch noch ne 4 bekommen konnte, wenn man allein im unterricht gut aufpasst und ein wenig hirn mitbringt). dieser neue jedenfalls hat das erste dreiviertel jahr nen total billigen unterricht gemacht und selbst ich habe es geschafft, beinahe eine 3 zu bekommen. wir sind aber auch nicht voran gekommen. danach hat er versucht all den restlichen stoff, den er das erste dreiviertel jahr nicht geschafft hat, in das letzte viertel jahr zu pressen.
    also in etwa so eine aufteilung:
    erstes 3/4 jahr: 1/4 stoff
    letztes viertel jahr: 3/4 stoff
    klar dass da keiner mehr mitkommt, besonders weil er noch nichteinmal wusste, wie er es uns beibringen sollte. er hat uns immer nur gesagt was wir lernen sollten, auf unsere beschwerden hin nach verbesserungsmöglichkeiten gefragt, wir haben ihm einen haufen (natürlich waren so einige unsinnig, es gab aber auhc eine mange sinniger) vorschläge gemacht, und er hat sie alle nach dem ersten "anhören" verworfen. immer unter fadenscheiniger ausrede. solche leute.... :-|


    jetzt hab ich doch meine zeit überzogen und komm nicht mehr zum zweiten punkt :/

  • So, ich werd auchmal meinen Senf dazuschütten : Ich bin jetzt in der 11. Klasse ( also der 1. oder 2. Jahrgang mit G8 ) und kann nur sagen, dass man wirklich Druck braucht, um den Druck zu überwältigen. Hört sich erstmal paradox an, doch wenn man der Schule nur das letzte Hintertürchen seines Gehirnes öffnet, resultieren daraus schlechte Noten - dabei spielt der Lehrer keine so große Rolle, wenn man nichts leistet, kriegt man auch keine gute Note - wenn ja, hat der gute Mann seinen Job verfehlt. Aus diesen schlechten Noten entsteht auch zwangsläufig Druck, doch wie Naskaldar schon gesagt hat, ist man sich dann oft zu bequem und beschäftigt sich lieber mit anderen Dingen, sodass man noch schlechtere Noten und noch mehr Druck kriegt - ein Teufelskreis eben. Man braucht wirklich Leute, die einen permanent "in den Arsch treten" und Druck machen, sodass der andere Druck gar nicht erst zustande kommt.
    Jetzt zu alten und jungen Lehrern:
    Junge Lehrer:
    + Motiviert
    - Unerfahren
    -> Können bei einer guten Klasse hervorragend aufs Abitur vorbereiten, bei einer unruhigen Klasse ( oder Kurs ) versagen sie total
    Alte Lehrer:
    + Erfahren
    - Unmotiviert
    -> Unterricht macht zwar Spaß, ist aber überhaupt nicht informativ


    Klar war das verallgemeinernd trotzdem poste ichs ma^^

  • Ich hatte letztens eine 5 in Chemie, aber bei der Lehrerin habe ich immer gute mündliche Noten ^^ Letztes Jahr mündlicher 1er, obwohl ich sogar mal den Tisch meines Nachbarn überflutet hab :D Natürlich die ganze Schuld auf ihn geschoben :D Aber mal BTT: Ich muss in Chemie jetzt auch besser aufpassen, da ich mit der Ex, die wir vor dem Zeugnis wahrscheinlich noch schreiben, meine Note verbessern muss. Auch ziemlicher Druck.


    Aber am schlimmsten war der Leistungsdruck in der Siebten, ich war kurz vor dem Burnout :( Wir haben zwei Schulaufgaben in der nächsten Woche geschrieben, und ich hatte einen großen Berg Hausaufgaben nachzuholen. Englisch war damals ziemlich heftig, ich hatte wochenlang keine Vokabeln aufgeschrieben und am nächsten Tag wollte sie die Hefte kontrollieren :S Ich hab meinen inkompetenten Physiklehrer(wenn ihr mal einen Herr Weschke an der Schule habt, seht was ich meine) mit irgendeiner lächerlichen Ausrede hingehalten, Vokabeln in der kleinen Pause vor Englisch nachgeholt und mir die Deutschhausi regelrecht aus dem Kopf geprügelt ^^ Dann gings wieder :) Aber zwei meiner besten Freunde mussten in dem Jahr noch auf die Realschule runterwechseln :(

  • Hmm so so interessantes Thema.


    Leistungsdruck ist eine stärker werdende sache in unserer Gesellschaft und das muss so sein.
    Billige unqualifizierte Arbeitskräfte gibt es in China zu hauf.
    Qualität ist das einzige worauf Europa setzen kann. Aber es muss sich auchnoch rentieren. Also kommt immer mehr Arbeit auf den einzelnden.


    Was Leistungsdruck in Schulen angeht denke ich ist das eine Frage der Persohn. Ich hatte von meinen Eltern nie einen sehr großen druck (mal abgesehen von nicht durchfallen) und ich habe von sehr wenigen Leuten gehört das sie von ihren Eltern zu guten Noten genötigt wruden. Der richtige Druck und Stress entsteht erst wen man nicht sehr gut ist in der Schule, oder Lernhämmungen hat (und das gibt es)


    Meiner Meinung nach wird die Schule in der Oberstufe leichter, es ist nichtmehr so wichtig Aufgaben abzugeben, und man kann sich auf einen Zweig und Wahlpflichtfächer einstellen, so fallen einem massig Fächer weg für die man nichts lernen kann alein weil man sich nicht dafür interessiert.


    Auch in der Arbeitswelt ist es in Amerika schlimmer als bei uns mit null Kündigungsschutz. Wenn die Leistung nicht kommt tja pech gehabt ( naja gut so kanns in unseren Breiten auch kommen)



    Aber irgentwie weiß das eh jeder.
    Ich meine einfach das der Schulstress überbewertet wird, zumindest bei mir ist es so. In der Oberstufe werden die leichteren Fächer leichter, die Matura (bzw Abitur) ist dan das einzige wo man richtig Stress hat, aber auf das muss man eingestellt sein.

  • Leistungsdruck von den Eltern ist grausam. Ich selber habe es zwar nicht direkt erfahren, aber mehrere bekannte Fälle. Man versucht mit aller Macht es den Eltern recht zu machen, so gut zu sein, wie nur irgendwie möglich und dann kommt der Satz "Du hast doch schon wieder nur eine 2." Natürlich ist das ein Zeichen dafür, das man seinen Eltern nicht egal ist, aber es ist der falsche Weg. Wenn man mehrere Jahre lang so etwas durchmacht und nie Anerkennung für seine "guten" Noten kriegt, sondern nur den Vorwurf, das man nicht "sehr gut" ist, macht es einen auf Dauer einfach kaputt.
    Ähnlich sehe ich das mit dem Leistungsdruck von sich selbst ausgehend. Wenn man zwar gute Noten hat, aber sich nur mit sehr guten zufrieden gibt, aber diese einfach nicht schafft, dann sinkt das Selbstbewusstsein uU auch auf Dauer. Das kenne ich wiederum von mir selbst, weil ich in Mathe zB regelmäßig Fehler einbau, die nicht hätten sein müssen und mir halt doch nur eine 2 verschaffen.

    ja, stimmt, das habe ich unbewusst unterschlagen. natürlich ist übertriebener druck demmotivierend und es kommt wirklich drauf an, was für eine persönlichkeit das kind hat. ich zum beispiel bin der typ der sehr weit kommt, ohne auch nur einen finger zuhause zu krümmen, wo ich sagen muss, dass ich sehr glücklich darüber bin, diese gabe bekommen zu haben (im letzten halbjahr wurde es schon anstrengender, weil ich nen zeugnis hinlegen musste, was zum überspringen reicht. wieso kann ich gern auf nachfrage erklären). das problem bei der ganzen sache ist nur, dass natürlich schnell die motivation wegfällt, weil man ja eh nie wirklich was machen muss. wenn man dann mal was tun soll, kanns schon zu problemen führen (mit meiner deutschlehrerin, bei der ich wirklich hart arbeiten musste um am ende auf meine drei zu kommen, habe ich mich richtig schwer getan). dann gibt es die leute (wie ein freund den ich kenne), die zwar deutlich länger brauchen, um die kernpunkte zu verstehen und anzuwenden, das jedoch mit 4-6 stunden zu hause lernen am tag wieder wettmachen. und dann gibt es noch die, die zwar eigentlich recht schnell verstehen, jedoch probleme mit der anwendung zeigen, sich aber auch schwer tun was zuhause zu machen, nach dem motto "ich habs doch schon eigentlich verstanden... da muss ich ja nichtmehr so viel machen". jeder dieser typen hat so seine eigenen wege mit druck umzugehen.


    da ist es dann (eigentlich) die aufgabe der eltern zu sehen, wie viel ihr kind eigentlich leisten kann und wie man es am besten motiveren kann zu arbeiten. eine gesunde mischung aus druck, hilfe, am ende aber auch belohnung (!) ist meiner meinung nach das effektivste, womit das kind auch letzten endes zufrieden ist.

    total bekloppt auch das man jetzt Doppel-Abi-Jahrgänge auf den Markt wirft...wo sollen die denn arbeiten?

    jap... ich bin auch in diesem doppeljahrgang, nämlich in dem letzten 13er-jahrgang von NRW. dieser doppelkram ist auch ein grud für leistungsdruck, da man ja die besseren zeugnisse braucht, um konkurrieren zu können. ich fid echt, dass das mit der größte müll ist, den die politik verzapt hat (jetzt mal abgesehen von dem plan (SPD wars glaub ich, oder?) nur noch gesamtschulen zu unterhalten... das ist der größte mist von allen). alles nur um an europäischen standart zu kommen? was bring das denn für vorteile?

    Aber ok, dies ist auch nicht der Regelfall, manche werden sich auch denken "ich bau scheisse, dann müssen sie mich beachten!" Tja, beides ziemliche Extremen.

    ja, lieder ist das häufiger der fall, als einem lieb ist... :-|


    gerade ausgegraben: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34004/1.html


    mag sein, dass das, was dort drinne steht, stimmt und chinesische mütter wirklich besser erziehen können, manche punkte mag ich gar nciht bestreiten aber er hört sich doch echt heftig an. da ist leistungsdruck vorprogrammiert! o.o!!!


    nein, der leistungsdruck ist nicht vorprogrammiert, das ganze prinzip ist leistungsdruck! ganz ersthaft, ich fände diese art ersthaft grausam... natürlich bekommt man erfolg damit, aber was bringt einem erfolg, wenn man keinen spaß am leben selbst hat? wozu lohnt es sich, einer der weltbesten [belibigen akademischen beruf einsetzen] ist, dieser beruf einem aber keinen spaß macht. mal abgesehen davon, dass die kinder abgesehen von der familie gar kein richtiges soziales umfeld aufbauen können. und die familie scheint auch nur aus lernen zu bestehen, wahrscheinlich, weil die so super erfolgreichen eltern, gar nicht zuhause sind, weil sie zu arbeiten haben.


    also wirklich, so stelle ich mir leben nicht vor!

    andere Frage, Naskaldar, wie ist es in Mexiko mit dem Bildungssystem?


    tjo...
    zuerst muss ich eine sache feststellen: mexiko ist groß! so groß, dass der bildungsstandart sehr stark differiert (also deutlich stärker als in deutschland). es gibt auch mehr als nur ein bildungssystem, sondern - wenn ich mich nicht täusche - ganze 4 verschiedene systeme. ich kann nur von dem system berichten, was ich von hier kenne, welches mich in keinster weise überzeugen konnte.
    zu allererst ist ein meiiiiilenweiter unterschied zwischen öffentlichen und privaten schulen. von dem was ich gehört habe, dienen die privaten schulen hauptsächlich zum einnehmen von drogen, sich schlagen, und nicht zum unterricht erscheinen. die lehrer kümmern sich da auch nicht wirklich drum, weil es ihnen viel zu viel stress einbringen würde. ich glaube, dass diese darstellung überspitzt ist, aber sie macht deutlich, was ich meine.
    bei den privaten schulen ist es schon geordneter, es gibt personal, das dafür sorgt, dass alle in den klassen sind, es wir ein anwesenheitsprotokoll geführt und ich habe noch nichts von drogen und dergleichen mitbekommen. uniform ist natürlich pflicht und teuer ist es obendrein.
    verglichen zu deutschem bildungsstand ist hier in meinem landesbereich (weiter im süden, ihr könn ja mal im internet nach Villahermosa suchen) sehr, sehr viel schlechter. bei englisch gibt es große unterschiede innerhalb der schule. da sind zum einen die die im englischen nicht über ein paar grundvokabeln hinauskommen, bei denen mit grammatik schonmal garnichts läuft. dann gibt es die, die schon halbwegs englisch sprechen können, sich es aber meist nicht trauen, weil sie sich (jedenfalls in gegenwart von ausländern, die englisch können) zu schlecht fühlen. dann gibt es noch die, die sich trauen englisch zu sprechen, es auch ganz gut können, auch wenn sie noch so einige fehler einbauen. dieser teil ist aber geringer als 5% (die zahl ist nicht geschätzt). hier fängt alles mit dem kindergarten an (der lustigerweise auch hier so heißt), welcher hier aber schon wie schule gesehen wird, das bedeutet, dass die schule hier schon mit 4-5 jahren anfängt. danach geht es hier in etwa wie in amerika, mit elementary school, middle school und high school. heißt hier nur "primaria", "secundaria" und "preparatoria". danach kommt die universität. ich bin im letzten jahrgang der prepa und ich muss sagen, dass nicht nur englisch hinterherhängt. in allen bereichen.
    die art des unterrichts ist aber relativ ähnlich. es ist nicht 100% frontal, wenn auch eher lehrerzentriert. powerpoint ist sehr oft benutzt, sei es für präsentationen der lehrer oder der schüler.
    trotz allem wird man hier nicht wirklich viel schlauer. das unterrichtstempo ist schleichend und auch hier hat die mehrheit der schüler die macht der faulheit auf ihrer seite. zuhause lernen? naja eher offiziell. immer wird abgeschrieben (na gut, ist auch in deutschland oft so) gelernt wird nicht und interesse wird schonmal garnicht gefördert. zum ausgleich sind die arbeiten die einfachsten, die ich je in meinem leben zu gesicht bekommen habe.
    multiple choice, beschriften oder in mathe auch mal ne tabelle ausfüllen. ich habe noch nicht eine einzige offene fragestellung in den arbeiten gesehen, wozu man dann einen text schreiben müsste. im letzten semester habe ich zwar noch kein zeugnis erhalten, weil man es aufgrund meiner noch mangelden spanischkenntisse am anfang nicht werten konnt, für das nächste semester werde ich aber ein zeugnis und eine unterrichtsbewertung einfordern, und ich würde mich in grund und boden schämen bei dem standart auch nur in einem fach eine 8 oder schlechter einzusacken (das notensystem geht von 1 bis 10, 10 ist das beste, 1 das schlechteste).
    erschwerend hinzu kommt noch der traum eines jeden schülers, der hier wahr wird: 2 1/2 monate ferien! vom 1. dezember bis 14. februar! irre viel zeit und zusätzlich unglaublich kontraproduktiv, weil man sich in der zeit das arbeiten ganz schnell abgewöhnen kann.


    also alles in allem hat das deutsche system zwar noch dicke macken, aber man muss auch sehen, dass es an anderen orten der welt noch deutlich schlimmer ist.


    und beinahe vergessen zu erwähnen: der bereich in dem ich bin, ist aber auch der, mit einem der geringsten bildungsstände in mexiko. ich kenne jemanden aus meiko city, die dort schon ihren schulabschluss gemacht hat, die meinte, dass der stand da noch ein gutes stück höher ist. da gibt es auch offene fragen in klausuren usw.
    die muss trotz ihres abschlusses hier übrigens nochmal zur schule, weil ihr abschluss von der universität hier nicht genehmigt wurde, weil er von nem anderen bildungssystem stammt. sie musste also die 3 jahre der prepa nochmal machen und ist mit 22 jahren verheiratet und mit kind noch in der schule. den unterschied der bildungssysteme merkt man hier, weil sie die einzige ist, die nur 9 und 10 auf dem zeugnis hat.


    so viel dazu :D

  • tschuldigung für den doppelpost, aber ich hab die 10.000 zeichengrenze geknackt ^^


    hier der kleine rest:


    also ich finde das jetzt wirklich zu verallgemeinert. man kann nicht behaupten, dass die alten keine motivation haben, aber auch nicht dass es umgekehrt mit den jungen ist.
    besonder unpassen finde ich die schlussfolgerung. ich habe die erfahrung gemacht, dass der unterricht der alten informativer war, wenn man denn im unterrich aufpasst. bei den neueren lehrern ist der unterrich hingegen meist interaktiver, der stoff wir mehr durch besondere aktionen vermittelt. wirkt, ist aber zeitfressend, sodass mehr arbeit für zuhause bleibt.
    ist natürlich auch verallgemeinernd, jedoch nicht ganz so stark wie zuvor (denke ich jedenfalls)

  • ja ich weiß, dass es verallgemeinernd war, aber bei den alten Lehrern fällt es viel schwerer, im Unterricht aufzupassen ( bei den meisten jedenfalls ), was bei den jungen Lehrern nicht so ist, da sie das ganze interaktiver gestalten. Bei den alten Lehrer braucht man schon den Druck, den wir alle schon angesprochen haben, damit man sich da wirklich reinhängt, bei den jungen Lehrern fällt es meist leichter, da sie den Unterricht abwechlungsreich gestalten - oder es zumindest versuchen.