Might & Magic: Heroes The Board Game

  • Might & Magic Heroes: The Board Game


    Spieler: 2-4
    Spielzeit: 3 Stunden aufwärts


    Ich hatte das Spiel vorbestellt und mir auf der Messe "Spiel 2013" in Essen direkt beim Autor abgeholt, der Preis für Vorbesteller lag bei 35€. Als Bonus gab es außerdem noch die Mini-Erweiterung "Crag Hack" mit dazu, die aus eben diesem wohlbekannten Helden besteht. Da er jedoch keiner der im Spiel vertretenen Fraktionen angehört, kann er theoretisch von jedem Spieler angeworben werden. Ich muss allerdings sagen, dass sich Crag Hack meiner Meinung nach nicht gut ins Spiel einbinden lässt; dazu später mehr. Wer nicht vorbestellt hat, zahlte 40€. Gemessen am umfangreichen Inhalt des Kartons und der ordentlichen Qualität der Komponenten ist der Preis auch absolut in Ordnung. Meine Version ist vollständig in Englisch, ansonsten gibt es derzeit die ursprüngliche, polnische Version. Ich weiß jedoch nicht, wo es sich derzeit erwerben lässt.


    Das Spiel ist in der Welt von Heroes 6 angesiedelt und umfasst die vier Fraktionen Zuflucht (weiß), Sanktuarium (blau), Nekropolis (grün) und die Barbaren (schwarz). Das Spielfeld wird aus quadratischen Ausschnitten der Weltkarte aufgebaut, die wiederum aus 4x4 Feldern bestehen. Von diesen quadratischen Elementen werden 3x3 im Spiel zu zweit, 3x4 im Spiel zu dritt bzw. 4x4 für alle vier Fraktionen verwendet. Diese Spielfeldelemente sind dabei frei drehbar (natürlich je um 90°), sodass kein Spielfeld wie das vorherige aussieht. An Abwechslung hinsichtlich der Karte mangelt es also nicht. Auf der Weltkarte gibt es neben gewöhnlichem Terrain auch Berge (nicht passierbar) und Wasser (nur von einem Hafenfeld bzw. einer Stadt aus passierbar). Pro 4x4-Quadrat gibt es 3 besondere Orte, die von neutralen Monstern in 3 verschiedenen Stufen bewacht sind. Diese Orte sind z.B. Sägemühlen, Goldminen, Steine der Erleuchtung, Schatzhorte usw. Darüber hinaus gibt es auch Teleportertore.


    Jeder Spieler stellt seine Stadt (sehr schön, aus Holz, in der Fraktionsfarbe, in der Form den echten Vorbildern aus dem Spiel nachempfunden) -je nach Spielerzahl- auf einem der Quadrate in ein beliebiges Feld. Bei 2 Spielern an gegenüberliegenden Ecken, bei 4 Spielern je in einer der Ecken. Diese eine Stadt wird jeder Spieler das gesamte Spiel über besitzen (sie können nicht erobert werden) und ausbauen. Ausbauten umfassen eine Taverne, einen Marktplatz, ein Rohstoffproduktionsgebäude, ein Gebäude zur Aufwertung von Kreaturen, einem Gebäude für vermehrtes Kreaturenwachstum, ein Gebäude, welches allen eigenen Helden eine weitere Kreatur in ihrer Armee ermöglicht, einem Teleportertor, einem Gebäude, welches die Fraktionsfähigkeit freischaltet und ein Gebäude, das nur mit der Träne von Asha (dem Heroes 6-Äquivalent zum Gral) gebaut werden kann. Außerdem besitzt jede Stadt eine Stufe von 1-4, die auch angibt, was für Kreaturen dort rekrutiert werden können. So kann Nekropolis auf Stufe 1 z.B. nur Skelette anwerben.


    Jede Fraktion verfügt über 4 verschiedene Kreaturen (je in Basis- und Elite-Ausführung), die für die Helden gekauft werden können. Diese können Spezialfähigkeiten haben, von denen es 4 Stück gibt. Zu Beginn des Spiels hat jeder Spieler einen von 3 Helden, die sich recht deutlich voneinander unterscheiden. Generell gilt: Machtorientierte Helden sind stärker im Kampf (Helden nehmen als eine einzelne Einheit ebenfalls am Kampf teil, können jedoch keinen Schaden nehmen) und können mehr Kreaturen in ihren Armeen führen, wohingegen magieorientierte Helden im Kampf schwächer sind und weniger Kreaturen in ihren Armeen führen. Dafür sind sie in der Lage, deutlich mehr und stärkere Zauberspruchrollen zu verwenden. Ein machtorientierter Held spielt sich einfacher und ermöglicht einen schnelleren Start ins Spiel, aber ein magieorientierter Held kann auf höheren Stufen mit seinen Zaubern verheerend wirken und mit ein wenig Glück bei den Skills für die Stufenaufstiege im Kampf gar deutlich stärker als ein machtorientierter Held sein. Aber der Start kann sehr schleppend sein, und Pech mit den Skills beim Stufenaufstieg kann magiebasierten Helden gar das Genick brechen.
    Der Startheld eines jeden Spielers bekommt zu Beginn des Spiels eine Armee aus je 3 Einheiten der Stufe 1 und 2, jeweils aufgewertet, also in der Elite-Ausführung. Für Zuflucht bedeutet das z.B. je 3 aufgewertete Armbrustschützen und Schwestern. Manche Helden haben als Startbonus 2 zusätzliche Einheiten der Stufe 1, andere bringen Gold oder Ressourcen mit.


    Das Spiel selbst läuft in Wochen ab, in denen reihum jeder Spieler eine Aktionskarte spielt und ausführt. Von diesen gibt es zu Beginn 3 Stück, eine vierte erhält man durch den Bau des Marktplatzes (der also früh erstrebenswert ist, weil er mehr Aktionen bedeutet). Auf diesen Karten stehen je 2 Aktionen: Bewegen aller eigenen Helden, Erwirtschaften von Rohstoffen aus den beflaggten Quellen, Bau eines Gebäudes in der Stadt oder Ausbau der Stadtstufe, oder Anwerben und Aufwerten von Kreaturen. Will man nur Ressourcen einsammeln, Truppen kaufen, oder bauen, dann geht ein Zug sehr schnell. Das Bewegen eines Helden (um bis zu 4 Felder) geht ebenfalls schnell, aber die Kämpfe können echte Zeitfresser sein. Nachdem alle Spieler ihre Aktionskarten ausgespielt haben, beginnt eine neue Woche, und der nächste Spieler im Uhrzeigersinn beginnt diese mit seiner ersten Karte. Die Wochen haben, wie im Computerspiel, verschiedene Effekte. Diese sind (leider?) immer zu Ungunsten der Spieler.
    Besonders schwierig ist, dass viele der Wochen auch ein zusätzliches Symbol haben, das die Zahl der zu bekämpfenden neutralen Kreaturen in dieser Woche verdoppelt. Man kann 9, 12, oder 15 Wochen spielen, wobei es je 5 Wochenkarten für die Früh-, Mittel-, und Endphase gibt. Das ist ein sinnvoller Mechanismus und die Karten sind leicht zu unterscheiden.

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  • Wie läuft ein oben angesprochener Kampf ab? Der Held, die neutralen Kreaturen, und die Einheiten in der Armee des Helden werden auf einer Initiativeleiste platziert. Dabei bilden Einheiten einer Stufe stets einen Stack, unabhängig davon, ob es sich dabei um Basis- oder Eliteeinheiten handelt. All diese Kreaturen und Helden haben einen Initiativwert, nach denen die Einheiten sortiert werden. Bei Gleichstand ziehen neutrale Kreaturen zuerst, der Rest ist dem kämpfenden Spieler überlassen. Die neutralen Kreaturen werden je von dem Spieler gespielt, der links vom aktiven Spieler sitzt. Die neutralen Kreaturen haben auch eine Bedrohungszahl (=Zahl der Monster in diesem Stack) und einen Stärkewert sowie in aller Regel eine oder gar mehrere der 4 Spezialfähigkeiten. Ist eine Einheit an der Reihe, werden für sie so viele achtseitige Würfel geworfen, wie (noch) Einheiten in dem Stack sind. Ist wenigstens eine davon eine Eliteeinheit, so kann einer der Angriffswürfel durch den sechsseitigen Elitewürfel ausgetauscht werden, der 1-2 direkte Treffer, Glück (alle Nicht-Treffer werden neu gewürfelt), Pech (alle Treffer werden neu gewürfelt), oder aber die Möglichkeit, eine Einheit in dem Stack zu befördern oder wiederzubeleben, ermöglicht. Für jede geworfene Zahl, die höchstens so hoch wieder der Angriffswert ist, ist ein Treffer erzielt. Diese weist der Spieler, dem der Angriff galt, einem seiner Stacks zu, wobei für jeden Treffer aus einer Elite- eine Basiseinheit wird (umdrehen; dabei können sich die Fähigkeiten ändern), oder eine Basiseinheit stirbt.
    Da hier- anders als im Computerspiel- die Stacks recht klein sind, kann man mit Würfelglück unglaubliche Kämpfe gewinnen, aber auch bittere Niederlagen kassieren, die -leider- schon früh spielentscheidend sein können. Wer auf dem Weg zu seiner ersten Rohstoffquelle durch Würfelpech 2/3 seiner Armee verliert, der erholt sich davon nur sehr, sehr langsam. Das kann schnell frustrieren. Aus genau diesem Grund gibt es Glücksmarken, die z.B. als Belohnung aus Schatztruhen erworben werden können. Für den Einsatz einer solchen Marke darf man entweder das Pechergebnis des Elitewürfels ignorieren oder all seine Nicht-Treffer eines Stacks neu würfeln. Trotzdem kann man sich bei den Kämpfen gegen neutrale Kreaturen kräftig verschätzen oder schlicht viel, viel Pech haben. Da hilft dann auch eine Flucht aus dem Kampf oft kaum noch, wenn die Verluste bereits so teuer sind, dass es eine gefühlte Ewigkeit dauert, seine Truppe wieder neu zu erwerben - und dafür in aller Regel erst einmal eine Weile sparen zu müssen.
    Gewinnt man den Kampf, so erhält man die besiegte Kreatur, und findet auf der Rückseite eine Angabe darüber, wie viel Erfahrung der Kampf gab, und wie viele Schätze man erhält. Die besiegten Kreaturen landen "im Inventar" des Helden, bis er genug Erfahrung gesammelt hat, um eine Stufe aufzusteigen. Wann immer man einen oder mehrere Schätze erhält, zieht man eine Schatzkarte. Diese hat vier Abschnitte mit unterschiedlichen Belohnungen: Rohstoffe, Gold, Glücksmarker, Erfahrung, Zauberspruchrollen, und in selten Fällen ein Artefakt. Pro Schatzsymbol auf der besiegten Kreatur darf man sich einen der Abschnitte aussuchen, im Extremfall bis zu drei der Abschnitte, also z.B. ein paar Erfahrungspunkte, ein Artefakt, sowie ein paar Einheiten Gold.
    Stufenaufstieg bedeutet "lediglich", dass der Held die erforderliche Erfahrung für den Aufstieg abgibt (es gibt dabei kein Wechselgeld), und im Gegenzug einen neuen Skill erhält. Dazu zieht er 2 Skillkarten entweder vom Typ Macht oder Magie (nicht jeweils eine), sucht sich eine aus, und legt die andere ab. Es gibt Skills, die im oder außerhalb des Kampfs wirken, die Stärke erhöhen, eine größere Armee zulassen, gegnerische Truppen schwächen, die Wirtschaft stärken, einen Helden weiter laufen lassen und und und. Man kann dabei allerdings das Pech haben, zwei recht nutzlose Skills für den betreffenden Helden zu ziehen.
    Alle Skillkarten -und Zaubersprüche- haben zwei Wirkungen, eine primäre und eine sekundäre. Die primäre kann praktisch immer genutzt werden, die sekundäre nur dann, wenn der Held bei seinen drei Spezialisierungen (z.B. Wassermagie, Führungskraft, Primärmagie oder Defensive) eine hat, die dem Symbol auf der Skill- oder Zauberkarte entspricht. Diese sind immer noch mächtiger. So kann man z.B. mit der Zauberspruchrolle "Wasserelementare beschwören" zu Beginn eines Kampfes 3 Wasserelementare erhalten, mit Wassermagie als Spezialisierung des Helden sogar 5. Bei Zaubern muss der Held jedoch auch die Spruchstufe (2-5) an Zauberkraft besitzen. Andernfalls kann er sie verkaufen.


    Kämpfe gegen andere Helden laufen sehr ähnlich ab, allerdings gibt es am Ende des Kampfes für den Sieger keinen Schatz, sondern entweder ein Artefakt des besiegten Helden nach Wahl, oder einen freien Stufenaufstieg.


    Das Spiel endet entweder nach Ablauf der letzten Woche, oder sobald ein Spieler am Ende irgendeiner Woche die erforderliche Anzahl an Siegpunkten hat. Jedes Artefakt zählt einen Siegpunkt, das Gebäude aus Ashas Träne 3, und verschiedene Gebäude auf der Weltkarte sind 1-4 Siegpunkte wert. Diese müssen erst freigekämpft und danach beflaggt werden, damit man die Punkte erhält. Sie können jedoch danach von anderen Spielern übernommen werden, wobei die Siegpunkte dann an den neuen Besitzer übergehen. Die aktuelle Siegpunktanzahl jedes Spielers ist auf seinem Stadtplan angezeigt. Man kann Gebäude nur dann vom Gegner übernehmen, wenn man einen eigenen Helden auf das entsprechende Feld zieht und kein Held des Besitzers innerhalb von 2 Feldern von diesem Gebäude steht. Tut er das doch, so muss er erst im Kampf besiegt werden, und anschließend kann man das entsprechende Gebäude übernehmen.


    Ich habe nun 3 Partien gespielt. Einmal in der 2-Spielerversion, und zweimal mit 4 Spielern. Das Spiel kann sich stark in die Länge ziehen (heute dauerte eine 4-Spielerpartie gut 6 Stunden), und wer erst einmal deutlich zurück liegt, kann schnell die Lust verlieren. In dem Fall sollte man mit einem zusätzlichen Helden bereits von anderen Spielern eroberte Gebäude übernehmen und ein wenig Katz und Maus spielen; damit lässt sich der Nachteil meist noch kompensieren. Ich habe über Pech im Kampf geflucht, sehr knappe Kämpfe jubelnd noch gewonnen, mich gründlich bei der Kampfprognose verschätzt und mich geärgert, dass manche Spieler es weiter zu einem Rohstoffgebäude haben als andere und diese dann auch noch stärker als bei anderen bewacht sind. In der Hinsicht kann das Spiel genau die Gefühle und Momente hervorrufen wie das Computerspiel. Die Qualität der Komponenten ist gut bis sehr gut, (leider?) braucht es recht viel Platz auf dem Tisch. Man wird beim ersten Spiel so einiges an Regeln oder Fähigkeiten vergessen oder falsch spielen, und sich viele Male verschätzen. Speziell zum Einstieg würde ich die kurze Version spielen (9 Wochen), und einen Machthelden wählen. Ich bin sicher, dass ich es noch viele Male spielen werde. Aber dafür ist viel Zeit von Nöten. Trotzdem freue ich mich schon jetzt auf die nächste Partie.


    Uff, ist doch länger geworden, als ich erwartet hatte. Die Anleitung zum Spiel gibt es auf Englisch auf der Herstellerseite übrigens als pdf zum Download.

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  • Erstmal vielen Dank fuer die umfangreiche Erklaerung.


    Dennoch habe ich einige Fragen dazu:


    - Denkst Du das Spiel gefaellt Gelegenheitsspielern die nicht in die Heroeswelt involviert sind?
    - Die Spielzeit mit 3 Stunden ist mMn. ziemlich hoch. Ist das die Non-stop Spielzeit oder eher zocken, dazwischen ein Telefonat, etwas Essen, kurz zum PC, etc?
    - Wie denkst Du ist der Wiederspielwert? Auch nach mehreren/ein Horde von Partien? ;)
    - Wuerdest Du einen Kauf empfehlen und wenn ja, wieso?

  • Ich denke, dass es durchaus auch Leuten, die nicht mit dem Computerspiel in Kontakt gekommen sind, Spaß machen kann. Aber vermutlich ist es kein Spiel für Gelegenheitsspieler, da das Regelwerk recht abschreckend wirken kann. Das Spiel ist doch recht komplex; einen typischen Kartenspielfreund oder Spieler, die gern "seichte" Brettspiele spielen, wird man wohl nur schwer mehr als einmal für das Spiel begeistern können.
    Wenn Du es dennoch versuchen willst, würde ich zu einer kurzen Partie raten und -zumindest im ersten Spiel- die Möglichkeit zulassen, einen Zug zurückzunehmen. Sonst endet das ganz schnell in Frust. Meine Freundin hat mit der Heroes-Reihe am PC wenig am Hut, spielt aber gern (komplexere) Gesellschaftsspiele. Sie hatte Spaß am Spiel und wird es auch noch öfter spielen. Ihr missfällt in erster Linie die lange Spieldauer. Spielt man aber zu zweit, und eine kurze Partie, dann ist man -mit ein wenig Erfahrung- in unter 3 Stunden durch.


    3 Stunden Spielzeit ist im Spiel zu zweit tatsächlich die echte Spielzeit. Das liegt auch daran, dass ja im Kampf (dem einzigen Teil eines Zuges, der nicht schnell erledigt ist), der linke Tischnachbar die neutralen Kreaturen übernimmt. So hat auch keiner der beiden Spieler eine längere Auszeit. Zu dritt kann eine solche Auszeit (~4 Minuten) durchaus vorkommen, zu viert wird sie die Regel sein und bis zu 8 Minuten dauern. Nach spätestens 2-3 Minuten ist man allerdings mit seiner eigenen Zugplanung fertig. Ich würde behaupten, dass man pro Spieler knapp 1,5 Stunden Netto-Spielzeit einplanen sollte, wenn man eine lange Partie (mit allen 15 Wochen) spielt. Für eine kurze Partie benötigt man wohl ca. eine Stunde pro Spieler, bei einer mittellangen etwa 75 Minuten.
    Beim ersten Spiel sollte man eine weitere Stunde einplanen, da man einiges nachschlagen müssen wird. In der dritten Partie, die ich gespielt habe, musste die Anleitung dagegen nur 3 Mal kurz bemüht werden. Wenn man es einmal verstanden hat, geht es ein wenig schneller von der Hand. Die echten Zeitfresser sind nach wie vor die Kämpfe.


    Sofern man Spieler hat, die gewillt sind, das Spiel zu spielen, ist der Wiederspielwert meines Erachtens ziemlich hoch. Die Weltkarte ist immer anders, man kann vier verschiedene Fraktionen mit je 3 unterschiedlichen Helden spielen, und die Auswahl an Artefakten ist immer eine andere. Man kann auch verschiedene Strategien verfolgen, besonders bei der Baureihenfolge. Ich würde behaupten, dass man auch bei der 50. Partie noch viel Spaß haben kann. Leider kennt man nach einer langen Partie alle Skills, aber es macht einen riesigen Unterschied, ob z.B. meine Zauberin beim ersten Stufenaufstieg den Eisblitz erlernt, der sie zur Kampfmaschine macht, oder sie Regeneration erlernt. Die Herausforderung ist in jedem Spiel anders. Auch dank der verschiedenen Weltkarten und Monster vor den Gebäuden.


    Fans der Videospielreihe kann ich einen Kauf empfehlen. Das Spiel ist die (vermutlich) 40€ definitiv wert, allein des Materials wegen. Das Artwork ist das aus Teil 6, und ob man diesen Grafikstil mag oder nicht, die Qualität davon ist großartig. Es könnte allerdings schwierig werden, Spieler zu finden, die die Zeit in das Spiel zu investieren bereit sind. Ich habe zu Testzwecken auch eine lange Partie mit vier Fraktionen allein gespielt, und hatte auch daran viel Spaß. Wenn dazu dann noch die Überraschungen der gegnerischen Züge kommt, ist das Spiel sicher noch eine ganze Ecke unterhaltsamer. Für Leute, die schnell frustriert sind, wenn es mal dank Pech kräftig schief läuft, ist das Spiel aber wohl eher nichts.


    Es ist auch eine Erweiterung geplant. Ich persönlich tippe darauf, dass es mindestens eine neue Fraktion geben wird (ich vermute Inferno); außerdem wird dann wohl auch das Reputationssystem genutzt. Die passenden Symbole sind auf den Karten bereits zu finden, sie sind im Moment aber noch bedeutungslos. Ich gehe davon aus, dass mit einer solchen Erweiterung dann auch noch ein wenig Balancing stattfinden wird.

  • Ich sehe den Thread erst jetzt und DANKE für den Review!


    Wenn ich aber das Foto hier sehe, denke ich, es erschlägt einen ja schon fast...



    Frage. Was meinst Du. Könnte meine Mutter (die genau NULL Ahnung von Computern und Spielen und Englisch (bis auf Scrabble) hat), damit was anfangen? Wir spielen ab und an zu Viert Scrabble; da ich aber meist gewinne, wird es auf Dauer langweilig. :D


    Ich selber denke; es dürfte für sie zu schwer sein, das ansich komplexe Thema zu verstehen. Lust und Laune hätte ICH zumindest, es mal auszuprobieren.
    Ansonsten dürften die anderen 2 Leute auch weniger was mit dem Thema anzufangen wissen, aber Überzeugung ist das A und O. :king:


    Hab mir gerade mal die Regeln angeschaut. Klingt alles recht schlüssig und logisch. Auf den ersten Blick scheint es interessant zu sein.

  • Auch von mir ein herzliches Dankeschön an Dich Kirika1987 :)


    Der Review ist echt klasse geworden und ich erahnen, den Umfang. Mein Bauchgefühl sagt mir, Du musst schon ein Brettspielfan sein, der schon einiges gespielt hat und freude hat neues kennenzulernen. Lust hätte ich darauf definitiv auch. Mein Problem ist momentan nur die zweite Person zusammen zu bekommen. Meinung "Heroes" Freunde wohnen leider zuweit weg.


    @ Sven
    Ich kenne die Spielgewohnheiten Deiner Mutter nicht, aber versuche doch erstmal zu sehen wie Sie auf die Siedler von Catan reagiert. Wenn Sie da schon abwinkt, dann würde ich das Brettspiel nicht unbedingt vorschlagen oder auch Elfenland.
    Ich glaube, damit erschlägst Du einen nicht gleich und bekommst mit ob jemand so etwas überhaupt mögen könnte.

  • Ay - auch von mir ein großes mercy!!!
    Ich liebe son Zeug und frage mich bloß immer, wo man noch die Zeit hernehmen soll.... aber ich kenne bei mir aus dem Bekanntenkreis, die da voll mitzeihen würden - nur das Englisch ist leider etwas bleeeeed!


    Ich Habe noch das Age-of-Mythology-BG und das Game-of-Thrones-BG, die beide in ihrer Art und Weise ebenfalls genial und gleichzeitig frustrierend sein können - ich warte hier mal ab, was das addon bringt und dann eine 5 bzw 6-Spielervariante dazu kommt. Dann würde ich es mir - und sei es aus nostalgischen Gründen - schon gerne zu legen..... so als Fan-GotY-Edition auf Deutsch zB :thumbsup:

  • SvenC: Fehlende Kenntnis von Computern und den darauf erschienenen Spielen ist kein Problem. Die fehlenden Englischkenntnisse sind wohl nur in den ersten 2-3 Spielen schwierig, da sehr viel durch Piktogramme und Icons angezeigt wird. Lediglich Unterscheidungen wie "during battle" oder "before battle" sowie einige Skills sind ohne Englisch schwierig zu verstehen. Wenn jemand mit ordentlichen Englischkenntnissen dabei ist, der das Spiel erklärt, geht der Großteil ohne Sprachkenntnisse über die Bühne.
    Das Hauptproblem dürfte der komplexe Spielablauf sein. Man hat so viele Möglichkeiten, dass man als Anfänger ohne jegliche Vorkenntnisse wohl nicht weiß, was man am besten tun sollte. Ich halte Cliarcs Vorschlag, sie erst einmal an Spiele wie "Die Siedler von Catan" oder ähnliches heranzuführen für sinnvoll. Sonst läufst du Gefahr, dass sie Heroes genau einmal spielen wird.


    Das Bild zeigt eine frühe Phase im Spiel zu viert (größtmögliche Weltkarte). Tatsächlich ist sogar ein Fehler dabei: Irina (die blaue Heldin oben links im Bild) hat zwei Stacks Haisoldaten (ganz links und ganz rechts an ihren Heldenbogen angelegt); das ist nicht zulässig. ;)
    Unten links sieht man den Stadtbildschirm der Barbaren. Auch die Stadtfiguren aus Holz sieht man gut auf der Karte.


    Cliarc: Ich hatte auch beim Spielen aller vier Fraktionen allein Spaß, wenngleich das eher ein Test war, um die Fraktionen vergleichen zu können.


    Tardin: Ja, eine Partie dauert durchaus. Aber am Wochenende lässt sich das, wenn man mittags anfängt, bis abends schaffen. Das erste Spiel ist etwas zäh, wenn vorher niemand die Anleitung gelesen hat, aber die gibt es ja auf der Herstellerseite. Und wie bereits erwähnt: Die Sprache ist nur während der ersten paar Spiele ein Hindernis. Hat man es erst einmal verstanden, geht alles gut von der Hand.

  • Danke Euch für die Vorschläge. Ich werde mich mal rantasten und fragen, ob überhaupt Bedarf an and. Spielen besteht. 8o


    Das mit dem Englisch wäre kein Problem, wobei sich manche Sachen beim normalen Heroes-Spiel (PC) auch nicht immer sofort (selbst mit Erklärung) nicht wirklich erklären bzw. erst durch das eigentliche Spielen und man drauf kommt "aha, so ist die Spielemechanik".


    Ich finde nicht, dass man unbedingt Fan von Brettspielen sein muss. Da das Spiel hier offenbar eine gewisse Spieltiefe besitzt, dürften da and. Komponenten mit beeinflussend sein. Ich bin zum Beispiel eigentlich gar kein Brettspieler (bis auf Scrabble; wenn man das hier überhaupt anführen kann und darf :D ) auf Grund fehlender Leute. Aber das heisst nicht, dass es mich nicht reizen würde. Gerade komplexere Spiele fesseln doch sicher ohne Ende.


    Mit den Siedlern als Anfang- und Schnupperspiel ist durchaus eine reizvolle Idee. :thumbup:

  • Danke für das Review. Klingt super, das Spiel! Werde ich mir vielleicht auch zulegen - auch wenn ich im Moment kaum dazu komme. Generell gefallen mir so komplexe Spiele aber sehr gut, auch wenns eine Weile dauert, bis das Ganze regeltechnisch verinnerlicht wurde hehe.


    Habe mit einem Freund auch das Siedler Kartenspiel modifiziert (Wir spielen bis 50 Siegpunkte statt bis 12 oder 13 :D), selbst neue Karten entworfen uns Zusatzregeln eingebaut, vielleicht kann ich ihn dafür auch begeistern ;)

  • Hi erstmal auch danke für das Review!



    mir bleibt nur noch eine frage? wo bekomme ich das Spiel her?
    Im Netz find es ich nirgends und mein örtlicher Spielwarenladen (sehr gutes Sortiment)
    konnte mir auch nicht weiterhelfen...


    auf boardgamegeek.com steht bei der englischen version nachwievor noch unreleased...
    http://boardgamegeek.com/boardgame/108344/might-magic-heroes


    Also wo hätte ich vorbestellen können bzw. wo krieg ich es jetzt her?
    Mit der "offizillen" Seite kann ich auch nichts anfangen...
    http://www.heroes.axel.pl/new-page.html


    lg
    rezeguet

  • Der Autor ließ verlauten, dass das Spiel Mitte Dezember im Vereinigten Königreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich sein wird, ebenso in Online-Stores. Also noch ein wenig Geduld. ;)


    Du kannst den Autor sonst auch direkt über die offizielle Seite anschreiben, der wird bestimmt antworten.

  • Waking the Dead! :D


    Wenn auch sehr spät (bin ja mehr oder weniger weg vom Fenster hier - schnüff! (geht aber net anders im Moment)) - auch von mir erst mal einen herzlichen Dank für das Review.


    Die Beschaffungsprobleme für die englische Version dürften mittlerweile ja der Geschichte angehören. Für die Suchfaulen unter euch hier ein Link zu Amazon:
    http://www.amazon.de/AXE001-Mi…gic-Heroes/dp/B00BP3D10C/


    Ich hab das Spiel Ende Januar gekauft, habe es aber bis jetzt nur ausgepackt, aber noch nicht gespielt. Ich müsste mir mal eins, zwei, drei Abende Zeit nehmen und mir das Regelwerk zur Brust nehmen. Das hat mich im ersten Moment doch etwas abgeschreckt... :rolleyes:


    Ich will hier in erster Linie nur noch mal bestätigen, dass die Verarbeitung der Spielmaterialien echt keine Wünsche offen lässt, was ich anders erwartet habe und was mich wirklich positiv überrascht hat. Und letztlich den Thread noch mal nach oben pushen. Nach dem was ich gesehen und vor allem gelesen habe, hat das Spiel es wohl verdient, beachtet zu werden.


    Edit:
    Doch noch was Neues:
    Mit dem Heidelberger Spieleverlag hat sich offensichtlich ein Publisher gefunden, der das Spiel in's Deutsche übersetzt und im Q3/2014 auf den Markt bringen will:
    http://www.heidelbaer.de/dyn/products/detail?ArtNr=HE729

  • Die alten Heidelbären? Da haben sie sich dann die richtigen ausgesucht, die haben nen sehr guten Support wenn mal was fehlt in der Spielpackung, hab zB Descent (das gute alte, nicht die schlechte Neuauflage) und das Starcraft Boardgame sowie TI (Von den letzten beiden Englische Versionen aber da Heidelberger der deutsche Vertreiber von FFG ist sind die auch dafür Ansprechpartner) von dehnen.

    Die Sense gehört zwar nicht zu den wichtigsten und bedeutsamsten Kriegswaffen, aber wer sich auf der falschen Seite einer Bauernrevolte befindet macht rasch die Erfahrung daß sie in geübten Händen eine Menge Unheil anrichten kann.

  • Inzwischen ist die deutsche Version erschienen und kostet, je nach Anbieter, zwischen 45 und 50 Euro. Ist sowohl bei Amazon, als auch bei Ebay zu finden und bei diversen Online-Händlern, sowie zahlreichen RPG-Läden, die eine Online-Präsenz haben. :)


    Gruß


    J.B.

    "Wenn man sagt "Früher war ALLES besser!", dann stimmt das so nicht...ABER...früher war EINIGES besser und das wäre es auch heute noch, wenn man es nicht verpfuscht hätte!" (J. Malmsheimer)